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Wird Schoigu zum Südenbock? Warum Putin Kadyrow jetzt befördert hat

Wird Schoigu zum Südenbock? Warum Putin Kadyrow jetzt befördert hat

Gerade noch hatte er die Strategie Russland im Krieg in der Ukraine kritisiert, jetzt wurde der Präsident der russischen Teilrepublik Tschetschenien, Ramsan Kadyrow, zum Generaloberst befördert.

Auf Telegram gab Kadyrow die Ernennung bekannt. Putin habe ihn persönlich über die Entscheidung informiert und ihm gratuliert, so Kadyrow, der als Putin's "Bluthund" gilt. Auf Telegram erklärte er, er sei "unendlich dankbar für die hohe Wertschätzung" seiner "Verdienste".

Der Generaloberst ist in der russischen Militärhierarchie nach Armeegeneral und Marschall der dritthöchste Befehlsrang.

Kadyrow hatte zuletzt ein härteres Durchgreifen in der Ukraine gefordert, darunter den Einsatz von Atomwaffen "geringer Schlagkraft".

Das Institute for the Study of War (ISW) nannte die Beförderung "besonders bemerkswert". Die Entscheidung, Kadyrow in einen höheren Rang zu erheben, diene möglicherweise dazu, die Unterstützung der tschetschenischen Streitkräfte aufrechtzuerhalten.

Putin braucht Kadyrow für seinen Krieg in der Ukraine: Er ist auf die vielen, gut ausgebildeten Kämpfer angewiesen, die aus der Teilrepublik in den Krieg gezogen sind. Tschetschenische Einheiten, darunter Kadyrows berüchtigte Personenmiliz, die "Kadyrowzy", die dort an der Seite der regulären russischen Streitkräft kämpfen, gelten als besonders brutal.

Andrew Kravchenko/AP
Sowohl auf der russischen als auch der ukrainischen Seite kämpfen tschetschenische Einheiten. - Andrew Kravchenko/AP

Am Montag kündigte Kadyrow an, drei seiner jugendlichen Söhne in die Ukraine schicken zu wollen, um dort zu kämpfen.

NGOs werfen dem Tschetschenen-Führer schwere Menschenrechtsverletzungen vor.

Kämpfer aus Tschetschenien sind in dem Krieg auf für die ukrainische Seite aktiv: Die Freiwilligen gelten als Anhänger Dschochar Dudajews, dem verstorbenen Tschetschenen-Anführer, der die Unabhängigkeitsbestrebungen der Republik von Russland anführte.

Schoigu als Südenbock?

Gleichzeitig sei derzeit zu beobachten, dass Putin sich vom russischen Verteidigungsministerium und Minister Sergej Schoigu rhetorisch distanziert: "Kadyrows neuer Rang könnte ein Zeichen dafür sein, dass Putin bereit ist, den radikaleren und lautstarken Forderungen der Silowiki-Basis auf Kosten des konventionellen militärischen Establishments nachzugeben."

(Mit "Silowiki" oder "Soliviki" ist die mächtige russische Militärelite gemeint).

Die zunehmende Kritik an der Kriegsstrategie, die Verluste in der Ukraine sowie die Fehler bei der Teilmobilisierung führen nach Einschätzung des ISW zu einem Vertrauensverlust in den russischen Präsidenten.

Am Mittwoch, 5. Oktober verschob Putin per Dekret die Mobilisierung für alle Studenten, auch für Teilzeit- und Masterstudenten, und begründete den Schritt mit Versäumnissen des Verteidigungsministeriums.

"Diese direkte Kritik am Verteidigungsministerium ist auch eine implizite Kritik an Schoigu, dem Putin offenbar die Schuld für das Scheitern von Putins Invasion in der Ukraine zuschieben will."