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Könnte jeder Mensch als Millionär in Rente gehen?

Michael Grünauer, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.
Sorglose Pensionäre Reich in den Ruhestand Vermögend in die Rente Rentenversicherung
Sorglose Pensionäre Reich in den Ruhestand Vermögend in die Rente Rentenversicherung

Bill Ackman ist wohl einer der erfolgreichsten Hedgefonds-Manager der Welt. Er verwaltet mit seinem Fonds Pershing Square ein Vermögen von rund 13,1 Mrd. US-Dollar und konnte in der Vergangenheit den breiten Aktienmarkt mitunter deutlich schlagen.

Doch nun sorgte der berühmte Hedgefonds-Manager mit einer Idee für Aufsehen, die einmal mehr das langfristige Potenzial der Finanzmärkte verdeutlicht. So hat Bill Ackman vorgeschlagen, dass jedes Kind bei seiner Geburt einen bestimmten Betrag erhält, der bis zur Pensionierung in einem breit gestreuten Indexfonds angelegt wird.

Wird jeder Rentner ein Millionär?

Als Sparziel legte Bill Ackman den Betrag von 1 Million US-Dollar fest. Um meine Berechnungen zu vereinfachen, nehme ich das Ziel von 1 Million Euro an. Zieht man beispielsweise die langfristige Rendite des MSCI World Index von durchschnittlich 8 % p. a. heran, wird klar, dass Bill Ackmans Vorschlag theoretisch umsetzbar ist.

Denn würde man eine langjährige durchschnittliche Rendite von 8 % pro Jahr annehmen, müsste man lediglich 5.762,47 Euro bei der Geburt eines Kindes anlegen, um im Renteneintrittsalter von 67 Jahren auf ein Portfolio von 1 Million Euro zu kommen. Du denkst, das sei kaum möglich? Dann unterschätzt du definitiv die Macht des Zinseszins-Effekts, wie nachfolgende Tabelle verdeutlicht.

Alter

Anlagebetrag

0

5.762,47 Euro

20

26.858,61 Euro

30

57.985,72 Euro

40

125.186,82 Euro

50

270.268,95 Euro

60

583.490,40 Euro

67

1.000.000,00 Euro

So ist erkennbar, dass der höchste Vermögenszuwachs im Alter zwischen 50 und 67 Jahren stattfindet. Denn in diesen 18 Jahren betragen die Kursgewinne stolze 729.731,05 Euro.

Daran könnte es scheitern!

Ungeachtet von politischen Diskussionen könnte Bill Ackmans Vorschlag daran scheitern, dass die Renditen des MSCI World Index eben nicht konstant 8 % p. a. betragen. Denn hierbei handelt es sich lediglich um einen durchschnittlichen Wert, der sich über eine langfristige Betrachtung ergibt. Viel mehr kann die Rendite in einem einzelnen Jahr auch bei minus 20 % oder plus 30 % liegen.

Dies hätte zur Folge, dass es Menschen gibt, die durch einen Crash knapp vor ihrem Renteneintrittsalter einen Großteil ihres Vermögens verlieren, ohne die Möglichkeit zu haben, das Portfolio aufzulösen. Andere hingegen könnten Glück haben und in den letzten Jahren vor der Rente von einem starken Aufwärtstrend profitieren.

Da ein Staat sämtlichen Bürgern die gleichen Leistungen bieten sollte, könnte es daher am Risiko einer Ungleichheit scheitern. Nichtsdestotrotz könnte man dieses Problem vermutlich mit einer zuvor definierten Kapitalgarantie lösen.

Du hast es selbst in der Hand!

Ob das aktuelle Rentensystem durch eine Verlagerung auf die Finanzmärkte langfristig entlastet werden kann, ist eine ökonomische Frage. Eine ökonomische Frage, die vermutlich durch politische Entscheidungsträger und Ideologien beantwortet wird. Doch darum geht es nicht.

Der Vorschlag von Bill Ackman sollte dir vor allem zeigen, welche Möglichkeiten durch eine langfristige Kapitalanlage an der Börse entstehen. Dazu eignet sich beispielsweise eine Investition in einen breit gestreuten Index wie den MSCI World Index oder der Aufbau eines Portfolios mit diversifizierten Qualitätsaktien wie Alphabet oder Danaher.

Denn unabhängig, ob der Staat Bill Ackmans Vorschlag (teilweise) umsetzt, kannst du das zu einem gewissen Maß für dich selbst oder deine Kinder tun. Denn jeder Euro, denn du bei der Geburt deines Kindes anlegst, werden bei einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 8 % stolze 173,53 Euro bei der Pensionierung deines Kindes.

Da soll noch jemand sagen, dass geringe Anlagesummen keinen Unterschied machen. Wenngleich vergangene Renditen keine Garantie für zukünftige Kursgewinne sind, fehlt aufgrund des niedrigen Zinsniveaus die Alternative für einen langfristigen Vermögensaufbau.

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Michael besitzt Aktien von Alphabet und Danaher. Suzanne Frey arbeitet als Führungskraft bei Alphabet und sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet (A-Aktien & C-Aktien).

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