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Jumbo-Hochzeit am Himmel dürfte Ticketpreise in die Höhe treiben

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New York (dapd). Nach jahrelangen Bemühungen um eine Partnerschaft mit dem Konkurrenten fliegt US Airways jetzt doch noch einen Erfolg ein. American Airlines war früher eine durchaus erfolgreiche Fluglinie, kämpft allerdings ums Überleben, nachdem sie vor mehr als einem Jahr Bankrott anmelden musste. American widerstand bisher dem Werben von US Airways. Doch inzwischen ist klar, dass keine von beiden allein überleben kann. Denn vor allem der heimische Markt wird zunehmend von Zusammenschlüssen im Luftverkehr geprägt. Deshalb drangen die Gläubiger von American auf die Eheschließung.

Branchenkenner meinen, dass der Zusammenschluss für die beiden Gesellschaften einen Gewinn darstellen wird. Das gilt schon allein deswegen, weil es wegen einer Vielzahl von Routenüberschneidungen eine Menge an Synergien gibt. Für die Kunden ist die Fusion jedoch nach diesen Aussagen keine gute Nachricht. Vermutlich werde die Konsolidierung in der Branche zu höheren Preisen für Flugtickets führen. "American möchte auf den Hauptstrecken vertreten sein, während US Airways auf die Marktnischen abzielen könnte", sagte Seth Kaplan vom Branchenmagazin "Airline Weekly".

Dominanz in den US-Ballungsgebieten

Der Zusammenschluss soll weiter den Namen des größeren Partners American Airlines tragen. Die Zentrale wird im bisherigen American-Hauptquartier im texanischen Fort Worth verbleiben. Die beiden Unternehmen erwirtschaften laut US-Medienberichten zusammengerechnet einen Umsatz von fast 39 Milliarden Dollar (rund 29 Milliarden Euro.) Das Einsparpotenzial wird von diesen Quellen mit 1,2 Milliarden Dollar (knapp einer Milliarde Euro) angegeben.

Die neue Gesellschaft mit 94.000 Beschäftigten hätte acht große Drehkreuze in den USA und könnte mit seinen 950 Flugzeugen täglich 6.700 Flüge anbieten. In Europa allerdings sind die Hauptkonkurrenten United und Delta stärker vertreten. Aber in den Vereinigten Staaten wird die neue American Airlines die Ballungsgebiete an der Ostküste und im Südwesten der USA dominieren. Marktführer wird die fusionierte Fluggesellschaft laut US-Medien auch bei Flügen zwischen Nord- und Lateinamerika sein.

Es bleiben die großen Vier

Die Fusion wird vermutlich der letzte große Zusammenschluss in der Luftverkehrsbranche der Vereinigten Staaten sein. Schon seit geraumer Zeit versuchen die Fluglinien Nordamerikas, ihre Kosten zu senken und größere, aber schlankere Verbindungsnetze zu knüpfen. Damit hoffen sie, Konjunkturschwankungen besser gewachsen zu sein als in Zeiten, in denen die hohen Fixkosten nicht gedeckt werden konnten, weil die Passagiere zu Hause blieben.

Künftig werden vier Airlines den nordamerikanischen Markt beherrschen. Seit im Jahr 2007 der Markt der Airlines mit der Finanzkrise abzustürzen begann, schlossen sich Delta und Northwest Airlines zum vorübergehend größten Luftverkehrsunternehmen der Vereinigten Staaten zusammen. United fusionierte bereits mit Continental (TLO: CONG-U.TI - Nachrichten) und Southwest rollte in den Hangar von AirTrain. Mit all diesen Zusammenschlüssen sank die Kapazität der Plätze in US-Verkehrsflugzeugen laut Angaben der International Air Transport Association um zehn Prozent.

Fluggäste wohl "not amused"

US Airways-Vorstandschef Doug Parker soll die neue Gesellschaft leiten. American-Boss Thomas Horton soll Aufsichtsratschef werden. Die Geldgeber der bisherigen American sollen 72 Prozent der Anteile an der neuen Fluglinie erhalten, die Aktionäre von US Airways die restlichen 25 Prozent. Noch ist der Deal aber nicht perfekt. Ein Konkursrichter muss ebenso noch zustimmen wie die Anteilseigner von US Airways. Zudem ist das Einverständnis der US-Kartellwächter notwendig. Allerdings sehen Beobachter kein Hindernis, dass diese drei Instanzen ihre Zustimmung erteilen.

Verbraucherschützer in den Vereinigten Staaten warnen davor, dass der Trend zu Zusammenschlüssen im US-Luftverkehr zulasten der Fluggäste gehen wird. Seit 2007 sind die Preise für Inlandstickets wegen der gesunkenen Konkurrenz um 15 Prozent gestiegen. "Man muss nicht gerade Wirtschaftsprofessor sein, um zu verstehen, dass weniger Konkurrenz höhere Konsumentenpreise nach sich zieht. Die Kosten für Flugtickets sind da keine Ausnahme", sagte der Geschäftsführer der amerikanischen Association for Airline Passenger Rights, Brandon Macsata.

dapd

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