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"Als Jugendlicher war ich schlimm"

TV-Koch Alexander Kumptner begeistert nicht nur seine Gäste mit kulinarischen Meisterwerken, er ist auch ein bekanntes Gesicht in der deutschen TV-Landschaft. Im Interview spricht der Wiener über seine Kochlehre, Lebensmittelverschwendung und verrät sein absolutes Lieblingsgericht. (Bild: SAT.1 / Nadine Rupp)
TV-Koch Alexander Kumptner begeistert nicht nur seine Gäste mit kulinarischen Meisterwerken, er ist auch ein bekanntes Gesicht in der deutschen TV-Landschaft. Im Interview spricht der Wiener über seine Kochlehre, Lebensmittelverschwendung und verrät sein absolutes Lieblingsgericht. (Bild: SAT.1 / Nadine Rupp)

TV-Koch Alexander Kumptner ist seit Jahren ein bekanntes Gesicht im deutschen Fernsehen und ab Montag, 4. Juli, immer werktags um 19.00 Uhr in der neuen SAT.1-Kochshow "Doppelt kocht besser" zu sehen. Im Interview spricht er über das Format, seine Kochlehre und verrät sein absolutes Lieblingsgericht.

"Nach der Schule bin ich immer in die Küche und habe mich dort zurückgezogen oder gekocht, wenn ich nicht lernen wollte", gesteht Star-Koch Alexander Kumptner im Interview. "Nichts Großartiges, aber ich habe immer vor mich hin gekocht." Bereits als Kind half er seiner Großmutter und seinen Eltern beim Kochen, entdeckte dadurch seine große Leidenschaft. Nachdem der Österreicher die Schule abgebrochen hatte, begann er seine Kochlehre bei Michelin-Stern-Gewinner Werner Matt. Es folgten viele Jobs in renommierten Restaurants, bis Kumptner schließlich im Fernsehen landete. Durch Formate wie "Die Küchenschlacht" (ZDF) und "The Taste" (SAT.1) wurde er einem großen Publikum bekannt. Nun steht die Koch-Show "Doppelt kocht besser" in den Startlöchern, die ab Montag, 4. Juli, 19.00 Uhr werktags bei SAT.1 zu sehen ist. Im Interview spricht Alexander Kumptner nicht nur über das Format und seine Kochlehre, sondern verrät sein Lieblingsgericht und ein großes Problem unserer Gesellschaft: Lebensmittelverschwendung.

teleschau: Sie sind Gastgeber der neuen SAT.1-Kochshow "Doppelt kocht besser". Wie waren die Dreharbeiten?

Alexander Kumptner: Es ist ein sehr unterhaltsames Format! Ich hätte niemals gedacht, dass so viele lustige Momente entstehen. Es geht hier nicht ums Kochen, sondern um den Weg bis zum Kochen. Man hat das Gefühl, in das tiefste Privatleben der Teilnehmerinnen und Teilnehmer reinzuschauen. Für sie ist das eine extreme Situation, vor allem für die Leute, die am TV-Herd stehen.

teleschau: Eine extreme Situation?

Kumptner: Ich stelle ein Gericht vor, das nur eine Person der Teams vorab kennt, die andere Person muss es dann nachkochen und bekommt Anweisungen über ein Hörgerät - so wie bei Stille Post oder einer Autofahrt mit einem schlechten Beifahrer. Es ist echt lustig zu sehen, was für Momente entstehen.

teleschau: Haben Sie ein Beispiel?

Kumptner: Die Duos kochen gemeinsam eine Soße, und ein Kandidat sagt zu seiner Frau: "So Schatzi, jetzt musst du die Soße rühren." Danach kommt die Anweisung, dass sie die Soße durch ein Sieb abseihen muss. Die Kandidatin seiht die Soße zwar ab, aber ins Waschbecken und nicht in einen neuen Topf (lacht). Interessant zu sehen ist nicht nur das Kochen, sondern auch, wie sich der Umgang im Team verändert. Auch das Karottenschälen hat sich als große Hürde herausgestellt. Da gab es welche, die eine Karotte mit dem Löffel geschält haben.

teleschau: Mit dem Löffel?

Kumtpner: Ja, wirklich! (lacht) In dieser Show sind unglaubliche Sachen zu sehen, weil Menschen dabei sind, die wirklich noch nie gekocht haben und es bei "Doppelt kocht besser" lernen wollen. Dabei hat jeder Teilnehmer eine andere Motivation.

teleschau: Klingt auf jeden Fall nach einer Achterbahnfahrt der Gefühle ...

Kumptner: Ja. Aber die Stimmung am Set war sehr familiär, man fühlt sich gleich sehr wohl. Natürlich gab es Momente, wo sich die Kandidaten in die Haare bekommen haben, aber am Ende des Tages ist es ein schönes Zusammenkommen, und jeder lacht über sich selbst.

Alexander Kumptner wurde in Wien geboren und entdeckte bereits als Kind seine Leidenschaft zum Kochen. Nachdem er die Schule abgebrochen hatte, absolvierte er eine Kochlehre bei Michelin-Stern-Gewinner Werner Matt. (Bild: SAT.1 / Nadine Rupp)
Alexander Kumptner wurde in Wien geboren und entdeckte bereits als Kind seine Leidenschaft zum Kochen. Nachdem er die Schule abgebrochen hatte, absolvierte er eine Kochlehre bei Michelin-Stern-Gewinner Werner Matt. (Bild: SAT.1 / Nadine Rupp)

" Das Casting war furchtbar"

teleschau: Wie sind Sie darauf gekommen, bei TV-Shows mitzumachen?

Kumptner: Ich wurde in Österreich zu einem Casting für eine Kindersendung eingeladen. Am Anfang war ich skeptisch, weil ich geistig selbst noch ein kleiner Bub bin (lacht). Das Casting war furchtbar, da gleichzeitig auch die Kinder gecastet wurden und sie auf fast jedes Gericht keine Lust hatten. Danach habe ich mit einem Freund telefoniert und gemeint, dass es nie was mit dem Fernsehen werden würde. Drei Wochen später bekam ich jedoch eine Zusage. So hat sich das alles entwickelt. Mittlerweile drehe ich auch für die "Küchenschlacht" und "The Taste". Ich bin sehr viel unterwegs, und es macht mir wahnsinnig Spaß.

teleschau: Wollten Sie als Kind schon Koch werden?

Kumtpner: Ich habe immer gerne mit meiner Oma und meinen Eltern gekocht, aber ich hatte diesen Beruf nie auf dem Schirm. Als Jugendlicher war ich ein schlimmes Kind. Nach der Schule bin ich immer in die Küche und habe mich dort zurückgezogen oder gekocht, wenn ich nicht lernen wollte. Nichts Großartiges, aber ich habe immer vor mich hin gekocht. Nachdem ich die Schule abgebrochen hatte, meinte meine Mutter, dass ich etwas machen muss, was mir Spaß macht. So fing ich mit meiner Lehre als Koch an.

teleschau: Welchem Beruf wären Sie sonst nachgegangen?

Kumptner: Ich war vor meiner Kochausbildung in Österreich auf einer Schule für Druck und Medientechnik, weil meine Eltern Druckereibetriebe hatten. Es war angedacht, dass ich eines Tages in das Familiengeschäft einsteige, aber ich konnte mich nicht dafür begeistern. Ich bin froh, dass ich mich für den Weg als Koch entschieden habe, und meine Eltern sind sehr stolz auf mich.

teleschau: Können Sie sich an das erste Gericht erinnern, das sie gekocht haben?

Kumptner: Natürlich! Ich habe meiner Oma immer beim Backen geholfen und meistens haben wir Ribiselschnitten gebacken. Die Teigmasse mit Johannisbeeren wird in Verbindung mit Eischnee in den Backofen geschoben. Wenn durch die Wärme die Johannisbeeren platzen und der Geruch die ganze Küche erfüllt - das ist immer eine Erinnerung an meine Oma.

teleschau: Und was ist Ihr Lieblings-Gericht?

Kumptner: Die Spaghetti aglio e olio von meinem Papa. Es gibt drei Dinge, die etwas in einem auslösen können: Gerüche, Musik und Geschmack. Wenn man in Sternerestaurants essen geht, ist das für mich wie ein Museumsbesuch. Die Gerichte sind dort wie Kunstwerke. Aber die Kunst beim Kochen ist es, durch Essen schöne Erinnerungen auszulösen. Und bei mir sind es die Spaghetti aglio e olio von meinem Papa, weil es mich an meine Kindheit und Jugend erinnert.

Der TV-Koch arbeitete bereits für viele renommierte Restaurants, mittlerweile führt er eigene Betriebe. Seit einigen Jahren ist Alexander Kumptner in verschiedenen Kochformaten wie "The Taste" zu sehen und wurde einem großen Publikum bekannt. (Bild: SAT.1)
Der TV-Koch arbeitete bereits für viele renommierte Restaurants, mittlerweile führt er eigene Betriebe. Seit einigen Jahren ist Alexander Kumptner in verschiedenen Kochformaten wie "The Taste" zu sehen und wurde einem großen Publikum bekannt. (Bild: SAT.1)

"Ich weiß als Koch, was gut ist oder nicht"

teleschau: Welche Küche essen Sie gerne?

Kumptner: Ich esse jede Küche, wenn sie gut gemacht ist. Das ist mein Standardspruch. Ich liebe die italienische Küche, weil ich sie mit vielen Erinnerungen und schönen Urlauben verbinde. Ich bin ein großer Freund der japanischen Küche, aber wenn ich nach Monaten wieder zu Hause bin, freue ich mich einfach auf ein Wiener Schnitzel (lacht).

teleschau: Und was halten Sie von Fast-Food-Ketten?

Kumptner: Ich sage es mal so: Ich weiß als Koch, was gut ist oder nicht. Genauso wie bei gesunder und ungesunder Ernährung. Wenn jemand täglich fünf Smoothies mit fünf Avocados und vier Äpfeln trinkt, ist es auf Dauer nicht gesund. Genauso habe ich da auch meine Phasen. Wenn ich einen sehr langen Tag und nichts im Kühlschrank habe, dann kann es schon sein, dass ich am Hauptbahnhof oder Flughafen Fast-Food esse. Natürlich versuche ich es zu vermeiden, aber in solche Läden geht jeder mal.

teleschau: Bestellen Sie auch mal nach einem langen Arbeitstag beim Lieferservice?

Kumptner: Ja, vor allem wenn ich Drehtage habe. Ich bestelle sehr gerne mit Tim Raue, wenn wir für "The Taste" vor der Kamera stehen. Wir haben ein paar Lieblingslokale, bei denen wir als Gruppe bestellen und dann gemeinsam essen. Die Arbeitstage in der Küche sind sehr lang, aber die Tage im Studio machen einen leer im Kopf.

teleschau: Sie haben in vielen renommierten Restaurants gekocht. Ist die Stimmung wirklich so gehetzt wie es in Filmen dargestellt wird?

Kumptner: Es ist genauso und manchmal viel schlimmer. Aber die Zeiten ändern sich, und ich habe mittlerweile selbst Betriebe. Ich würde meine Restaurants nicht mehr so führen, in Deutschland und Österreich ist es so gut wie vorbei. Es gibt noch einige Wahnsinnige, aber so kann man mit Menschen nicht umgehen. Ich würde so niemals meine Mitarbeiter behandeln. Wenn sich das Team wohlfühlt, arbeitet es besser.

teleschau: Wie war Ihre Lehre als Koch?

Kumtpner: Ich habe meine Lehre bei Werner Matt absolviert, er war der erste Koch aus Österreich mit einem Michelin-Stern. Als ich meine Lehre anfing, dachte ich, dass ich der Coolste wäre. Frisch aus der Schule und rein ins Berufsleben. Aber dann habe ich relativ schnell gemerkt, dass die Kochlehre kein Zuckerschlecken ist, die Ausbildung war echt hart. Wenn es eine Sache gibt, die ich gelernt habe, dann ist das die Disziplin zur Arbeit und Pünktlichkeit. Dafür bin ich Werner Matt bis heute dankbar.

teleschau: Als Koch haben Sie bestimmt für junge Menschen Ratschläge, die auch diesen Beruf anstreben ...

Kumtpner: Klar. Werner Matt hat damals gesagt: "Wenn man Koch werden will, will man Koch werden und nicht Koch und Kellner." Es gibt nämlich auch diese Mischausbildung. Und es gibt eine Sache, die in meinen Augen noch wichtig ist: Man darf nicht Koch werden, um TV-Koch oder Sternekoch zu werden. Das ist nicht die richtige Motivation. Man soll Koch werden, weil man mit Essen die Gäste glücklich machen will. Das ist das Einzige, was zählt. Der Rest kommt von selbst.

Für die neue SAT.1-Kochshow "Doppelt kocht besser" lädt Alexander Kumptner die Menschen ein, die nicht kochen können. "Es ist ein sehr unterhaltsames Format! Ich hätte auch niemals gedacht, dass so viele lustige Momente entstehen", findet er. Zu sehen ist die Show ab Montag, 4. Juli, 19.00 Uhr, bei SAT.1. (Bild: SAT.1 / Nadine Rupp)
Für die neue SAT.1-Kochshow "Doppelt kocht besser" lädt Alexander Kumptner die Menschen ein, die nicht kochen können. "Es ist ein sehr unterhaltsames Format! Ich hätte auch niemals gedacht, dass so viele lustige Momente entstehen", findet er. Zu sehen ist die Show ab Montag, 4. Juli, 19.00 Uhr, bei SAT.1. (Bild: SAT.1 / Nadine Rupp)

"Wir haben den Respekt vor den Lebensmitteln verloren"

teleschau: Es werden jährlich Millionen Tonnen an Lebensmitteln weggeschmissen. Wie könnte man dieses Problem beheben?

Kumptner: Wir müssen bewusster mit Lebensmitteln umgehen und in Supermärkten nicht gleich alles wegwerfen, was braun ist. Es besteht ein politisches Problem. Wir verkaufen Dinge, die unreif sind und schmeißen Dinge weg, die reif sind. Zum Beispiel Bananen. Wenn ich Bananeneis mache, lasse ich mir von meinem Lieferanten Bananen liefern, die braun sind. Braune Bananen haben den meisten Fruchtzucker, und dadurch schmeckt der Eisgehalt wirklich nach Banane. Was wir der nächsten Generation mitgeben, ist eine Volksverblödung. Im Supermarkt werden Bananen verkauft, die gelb und fleckenlos sind. In Brasilien würden die uns deswegen auslachen. Das sind Grundsatzprobleme, da fängt es mit der Verschwendung an.

teleschau: Liegt es nur an den Supermärkten?

Kumptner: Nein, es gibt mehrere Probleme. Das erste Problem sind die Vorgaben, an die sich Supermärkte halten müssen. Es könnten so viele Menschen satt werden, wenn man so etwas nicht machen würde. Ich könnte weinen, wenn ich mir überlege, was in den Tonnen landet. Das zweite Problem ist die Preisgestaltung. Inflation ist gerade ein großes Thema, und natürlich müssen die Menschen auf ihr Geld achten. Aber wir haben den Respekt vor den Lebensmitteln verloren, ab dem Zeitpunkt, wo sie nichts mehr wert waren.

teleschau: Fleisch wird teilweise auch zu Billigpreisen verkauft ...

Kumptner: Absolut. Es kann etwas nicht stimmen, wenn ein Kilo Hackfleisch nur ein paar Cent kostet. Ein gutes Fleisch muss einfach etwas kosten, und in den letzten Jahren hat sich ein starker Überfleischkonsum entwickelt. Früher hat man sich vegetarisch ernährt, und am Wochenende gab es den Sonntagsbraten. Jetzt essen die Menschen fünfmal in der Woche Fleisch und einmal Gemüse. Und zwar nur für das gute Gewissen. Das ist falsch. In unserer Zeit muss es immer billiger und schneller gehen. Und was passiert, wenn Lebensmittel weniger kosten? Es ist nichts mehr wert. Man verliert den Respekt vor einem Produkt, wenn man weiß, dass man sich einfach drei neue holen kann.

Die Ausbildung als Koch habe Alexander Kumptner anfangs unterschätzt. "Als ich meine Lehre angefangen habe, dachte ich, dass ich der Coolste wäre", gesteht er, "aber dann habe ich relativ schnell gemerkt, dass die Kochlehre kein Zuckerschlecken ist, die Ausbildung war echt hart." (Bild: SAT.1 / Nadine Rupp)
Die Ausbildung als Koch habe Alexander Kumptner anfangs unterschätzt. "Als ich meine Lehre angefangen habe, dachte ich, dass ich der Coolste wäre", gesteht er, "aber dann habe ich relativ schnell gemerkt, dass die Kochlehre kein Zuckerschlecken ist, die Ausbildung war echt hart." (Bild: SAT.1 / Nadine Rupp)
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