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Jubiläum mit Brexit-Sorgen: Deutsch-britische Handelskammer wird 50

·Lesedauer: 3 Min.

LONDON (dpa-AFX) - Zu ihrem 50. Bestehen hat die Deutsch-Britische Industrie- und Handelskammer (AHK) vor Folgen des Brexits für den Dienstleistungssektor gewarnt. Die neuen Visa-Vorschriften in beide Richtungen würden die Zusammenarbeit erschweren, sagte AHK-Chef Ulrich Hoppe der Deutschen Presse-Agentur in London. "Dadurch ist natürlich die Befürchtung groß, dass wir auch wirtschaftlich oder gesellschaftlich ein Stück weit auseinanderdriften, weil dieser Austausch einfach schwieriger werden wird." Die Londoner Auslandshandelskammer feiert am Mittwoch (15.9.) runden Geburtstag.

"Beim Brexit war sehr stark ein Fokus darauf, dass es zu Stockungen an den Häfen kommt, weil die Container hängen bleiben, weil die Zollabfertigung nicht läuft", sagte Hoppe. "Da haben wir übersehen, dass wir natürlich auch im Dienstleistungsverkehr wahnsinnig viel Austausch haben. Den sieht man aber nicht so." Dabei habe dieser Sektor zuletzt in beiden Volkswirtschaften stark an Gewicht gewonnen und eine große Dynamik, bei der nicht weit im Voraus geplant werde. "Das wird alles sehr, sehr viel schwieriger werden."

Die Pandemie habe das Problem überdeckt, weil nicht gereist werden konnte. "Das wird aber dann, wenn wir die Corona-Krise hoffentlich irgendwann hinter uns haben, wieder viel stärker zum Vorschein treten", warnte Hoppe. Unternehmen würden es schwerer haben, schnell Projektteams zusammenzuziehen. "Da sehen wir schon ein Problem auf die Wirtschaft zukommen, aber auch auf die Volkswirtschaften insgesamt und auf den intellektuellen Austausch."

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Arbeit der AHK stark verändert. "Früher war die klassische Kontaktanknüpfung noch viel stärker", erzählte Hoppe. Nun wüssten Unternehmen wegen der neuen Medien bereits über mögliche Partner Bescheid. Heute gehe es viel stärker darum, Unternehmen beim Umgang mit Vorschriften und Administration zu unterstützen - von Fragen technischer Sicherheit über Bedienungsanleitungen bis hin zu Steuern. "Es gibt in jedem Land immer unterschiedliche Regularien, die befolgt werden müssen. Und da brauchen Unternehmen Hilfe", sagte der AHK-Chef. Das werde in der Zukunft noch zunehmen, denn Großbritannien wolle nach dem Brexit einen eigenständigeren Weg im regulativen Bereich einschlagen.

Größte Hürde sei für deutsche Unternehmen oft, zu verstehen, dass es im Vereinigten Königreich eine anderen Wirtschaftskultur gibt. "Es wird - vereinfacht gesagt - sehr viel stärker darauf geachtet, eine Win-win-Situation zu erzeugen und eine Lösung zu finden." Ob das die technisch beste Lösung ist, sei nachrangig. Deutsche hingegen setzten auf die technisch beste Lösung. "Trotz der Loslösung des Vereinigten Königreichs aus der EU haben wir immer noch viel voneinander zu lernen", sagte Hoppe. "Unterschiedliche Ansätze, Geschäfte zu machen, unterschiedliche Ansätze, mit Innovationen umzugehen, Dinge auszuprobieren, innovativ zu sein. Da müssen wir weiterhin auch Unternehmen unterstützen und werden das auch tun."

Auch wenn der bilaterale Handel zuletzt zurückgegangen ist, bleibe Großbritannien mit etwa 67 Millionen Menschen ein wichtiger Markt, sagte Hoppe. Gerade deutsche Unternehmen hätten weiter gute Chancen. "Denn die Briten kaufen gerne das, was wir Deutschen produzieren. Deutsche Produkte haben ein sehr hohes Image hier in puncto Qualität und Zuverlässigkeit. Das wird sich ja nicht ändern." Natürlich könne es sein, dass die Produkte teurer werden, weil zusätzliche Kosten an die Kunden weitergereicht werden. "Aber die Konkurrenzprodukte aus anderen Ländern werden ebenfalls teurer werden."

Zudem habe Großbritannien in vielen Gebieten, in denen deutsche Unternehmen stark sind, keine eigene Expertise, sagte Hoppe. "Die kann man nicht in 10, 15 Jahren aufbauen. Das dauert 30, 50 Jahre, wenn man das überhaupt will. Das kann man jetzt gar nicht absehen."

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