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JPMorgan, Goldman steigern Handelsdominanz, Europa fällt zurück

Yalman Onaran

(Bloomberg) -- Die größten US-amerikanischen Aktien- und Bondhandelsunternehmen bauen ihren Vorsprung gegenüber ihren kleineren Wettbewerbern weiter aus. Unter anderem, indem sie den angeschlagenen europäischen Banken Marktanteile abjagen.

JPMorgan Chase & Co., der weltweit führende Händler von Festverzinslichen, konnte 2019 seinen Marktanteil in diesem Bereich am meisten ausbauen. JPMorgans Anteil am 84 Milliarden Dollar schweren Markt für den Handel mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen wuchs um einen Prozentpunkt, während der Markt insgesamt um 7% zulegte.

Goldman Sachs Group Inc. hingegen verzeichnete starke Zuwächse auf der Aktienseite, sodass die Bank nahe an die Nummer 1 in diesem Bereich, Morgan Stanley, heranrückte, wie von Bloomberg zusammengestellte Daten zeigen. Bei den Erträgen von 48 Milliarden Dollar, die mit Wetten der Anleger auf Aktien und verwandte Derivate erzielt wurden, weitete Goldman seinen Marktanteil um 1,5 Prozentpunkte aus. Das ist der mit Abstand größte Zuwachs in einem Markt, der um 10% schrumpfte.

Das zweite Jahr in Folge konnten US-Banken ihren europäischen Konkurrenten Marktanteile abjagen. Sie belegten die ersten vier Plätze beider Ranglisten und steigerten den US-Anteil am gesamten Handelsumsatz im 16-Banken-Universum von 56% im Jahr 2017 auf 59%. Der Anteil europäischer Banken ging indes von 38% auf 35% zurück.

“Die Dominanz der großen US-Banken bleibt bestehen”, sagten Analysten der Credit Suisse Group AG in einer Notiz Anfang dieses Monats.

Einige europäische Großbanken konnten aber auch gewisse Zuwächse verbuchen. Credit Suisse steigerte 2019 ihren Marktanteil am Aktien- und Anleihehandel und erholte sich von den Marktanteilsverlusten ein Jahr zuvor.

Die Deutsche Bank AG, die Anfang des letzten Jahrzehnts in beiden Geschäftsfeldern unter den ersten vier war, verlor in beiden Märkten an Boden. Das Frankfurter Geldinstitut hat seine Aktienhandelsabteilung Mitte 2019 im Rahmen einer mehrjährigen Umstrukturierung geschlossen.

HSBC Holdings Plc verzeichnete starke Anteilsverluste im Markt für festverzinsliche Wertpapiere. Damit kehrten sich frühere Steigerungen um, als die Bank zu den wenigen europäischen Häusern gehört hatte, die ihr Kapitalmarktgeschäft hatten ausbauen können. Das in London ansässige Unternehmen reduziert den Handelsbereich und konzentriert sich mehr auf das Asien-Geschäft, was zu einem Abbau von 35.000 Stellen führen wird.

Europäische Banken sind seit mehreren Jahren angesichts von Umstrukturierungen auf dem Rückzug, sie konzentrieren sich auf ihre profitabelsten Einheiten. Das schwache Wachstum in der Region in Verbindung mit Negativzinsen und einer ganzen Reihe an Skandalen bei vielen Großbanken hat diese Bemühungen beeinträchtigt und es für sie schwierig gemacht, gegenüber nordamerikanischen oder asiatischen Konkurrenten verlorenes Terrain wieder wettzumachen.

In beiden Marktsegmenten nahm die Konzentration zu, da die beiden größten Unternehmen nun etwa ein Drittel in jedem Markt kontrollieren. Die größten Akteure haben von Skaleneffekten profitiert und in den letzten Jahren auf Kosten kleinerer Konkurrenten mehr Geschäfte an Land gezogen.

Überschrift des Artikels im Original:JPMorgan, Goldman Expand Trading Dominance as Europe Retreats

Kontakt Reporter: Yalman Onaran in New York yonaran@bloomberg.net

Kontakt verantwortlicher Editor: Michael Moore mmoore55@bloomberg.net, Steve Dickson, Steven Crabill

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