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Johnson macht Labour für Freilassung von Angreifer verantwortlich

Das London-Attentat wird zum Wahlkampfthema: Der konservative Premier schießt gegen Labour und kritisiert die Partei für frühere Gesetzesänderungen.

Der britische Premierminister Boris Johnson (Konservative) hat die frühere Labour-Regierung für die vorzeitige Haftentlassung des London-Bridge-Attentäters verantwortlich gemacht. Usman Khan hatte am Freitag zwei Menschen erstochen, bevor er auf der London Bridge von Zivilisten überwältigt und von der Polizei erschossen wurde. Der wegen Anschlagsplänen verurteilte Terrorist war vor einem Jahr unter Bewährung vorzeitig auf freien Fuß gekommen.

Die Freilassung Khans sei aufgrund von Gesetzesänderungen möglich gewesen, „die von der Labour-Partei vollzogen wurden“, sagte Johnson bei der BBC-Talkshow Andrew Marr am Sonntag. Labour regierte in Großbritannien zuletzt von 1997 bis 2010. Seitdem regieren Johnsons Tories in verschiedenen Konstellationen.

Johnson kündigte eine härtere Gangart gegen Schwer- und Sexualverbrecher sowie Terroristen an. Außer Usman Khan seien etwa 74 weitere wegen terroristischer Aktivitäten verurteilte Gefangene vorzeitig entlassen worden. Diese Fälle würden nun überprüft.

Der Anschlag, bei dem auch drei Menschen verletzt wurden, traf Großbritannien mitten im Wahlkampf. Die Briten wählen am 12. Dezember ein neues Parlament. Johnsons Konservative führen die Umfragen mit großem Abstand an. Das reine Mehrheitswahlsystem in Großbritannien macht Vorhersagen aber sehr schwer. Nur die Kandidaten mit den meisten Stimmen in einem der 650 Wahlkreise ziehen ins Parlament ein. Die Stimmen für unterlegene Kandidaten verfallen.