Deutsche Märkte öffnen in 1 Stunde 30 Minute

Joe Biden: „Bereite mich schon aufs Weiße Haus vor“

·Lesedauer: 2 Min.

Stimme um Stimme holt der Demokrat durch die vielen Briefwahlstimmen seiner Anhänger auf. In einer Rede mahnt Biden dennoch zu Ruhe und Geduld.

Der demokratische Kandidat Joe Biden hat sich angesichts eines wachsenden Vorsprungs bei der US-Präsidentenwahl siegessicher gezeigt. Zwar sei der Sieg noch nicht ausgerufen worden, räumte Biden in der Nacht auf Samstag in Wilmington im Bundesstaat Delaware ein. Allerdings machten die bislang veröffentlichten Zahlen klar: „Wir werden dieses Rennen gewinnen.“

Auch wenn sein Vorsprung in einigen Bundesstaaten nur knapp sei, insgesamt sei die Botschaft der Wähler eindeutig. „Sie haben uns ein Mandat zum Handeln gegeben“, vor allem mit Blick auf die „Coronakrise, die Wirtschaft, Klimawandel und Rassismus“, sagte Biden und verwies darauf, dass er mehr Stimmen bekommen hätte, als jeder andere Präsidentschaftskandidat.

Biden kündigte an, am ersten Tag seiner Amtszeit mit der Umsetzung eines Plans zur Bewältigung der Coronavirus-Epidemie beginnen zu wollen. „Wir können in den kommenden Monaten viele Leben retten“, sagt er. Biden erwähnte in seiner Rede Amtsinhaber Donald Trump nicht. Experten zufolge könnte auch der Republikaner noch die Wahl gewinnen.

Die Pandemie zu bekämpfen, hat für Biden und seine Vizepräsidentin Kamala Harris oberste Priorität. Die Fallzahlen haben am Donnerstag mit 120.000 neuen Infektionen einen Rekord erreicht. Biden zufolge könnte es bald 200.000 Infektionen pro Tag geben.

In seiner Rede thematisierte Biden auch die aktuelle, starke politische Polarisierung in den USA. Er versicherte, dass er für Wähler beider Parteien kämpfen werde und rief das Land zur Besonnenheit auf. „Wir müssen den Ärger und die Verteufelung hinter uns lassen und uns wenigstens darauf einigen, vernünftig miteinander umzugehen.“

Bidens Ansprache war ursprünglich als Siegesrede geplant. Jedoch rief ihn bis kurz vor Mitternacht kein Sender zum Sieger aus. Allerdings wuchs sein Vorsprung bei den laufenden Zählungen in gleich mehreren Bundesstaaten weiter an. Den Angaben des Datenanbieters Edison Research zufolge lag er insbesondere im Schlüsselbundesstaat Pennsylvania in Führung.

Ein Sieg dort würde ihn über die Marke von 270 Wahlleuten heben, die für die Präsidentschaft notwendig ist. Biden selbst erklärte, er rechne am Ende mit mehr als 300 Wahlleuten. Angesichts der langwierigen Auszählung seit der Abstimmung am Dienstag rief er die Bürger zu Ruhe und Geduld auf. „Ihre Stimmen wird gezählt“, versprach er. Er werde nicht zulassen, dass jemand dies zu verhindere.