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Japanisches Handelsdefizit klettert auf Rekordwert

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Tokio (dapd). Steigende Treibstoffimporte und sinkende Ausfuhren wegen eines Territorialstreits mit China haben das japanische Handelsbilanzdefizit im vergangenen Jahr auf den Rekordwert von 6,93 Billionen Yen (58,4 Milliarden Euro) wachsen lassen. Das war eine Steigerung von 170 Prozent gegenüber 2011, wie das Finanzministerium am Donnerstag mitteilte.

Die Exporte hatten zuletzt unter der Schuldenkrise in Europa und dem Streit mit China um eine Inselkette im Ostchinesischen Meer gelitten. Die japanischen Ausfuhren nach China gingen 2012 um 10,8 Prozent auf 11,5 Billionen Yen (97,6 Milliarden Euro) zurück. Die Exporte in die Europäische Union sanken sogar um knapp 15 Prozent. Der Handel mit Nordamerika, insbesondere den USA, erholte sich hingegen: Die japanischen Ausfuhren in diese Region legten um zwölf Prozent zu. Die Einfuhren stiegen um rund zwei Prozent.

Dass Japan seine Atommeiler nach der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe im März 2011 abgeschaltet hat, macht sich vor allem bei den Energieimporten bemerkbar, die vergangenes Jahr um 34 Prozent auf 24,08 Billionen Yen (204,3 Milliarden Euro) stiegen.

Japan galt bis vor kurzem als eines der weltweit bedeutendsten Exportländer und verzeichnete regelmäßig einen Handelsbilanzüberschuss. Die Naturkatastrophe vor zwei Jahren sowie die Verlangsamung des globalen Wirtschaftswachstums führten jedoch dazu, dass das asiatische Land nun mit Defiziten zu kämpfen hat. Im Dezember ging das Defizit allerdings auf 641,5 Milliarden Yen (5,4 Milliarden Euro) zurück, nachdem es im November (Xetra: A0Z24E - Nachrichten) noch bei 954,8 Milliarden Yen gelegen hatte, wie aus vorläufigen Zahlen des Finanzministeriums hervor geht.

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