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Japanische Airlines lassen alle Dreamliner überprüfen

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Tokio (dapd). Neuer Rückschlag für den US-Flugzeughersteller Boeing und seinen Dreamliner: Die zwei größten japanischen Airlines zogen alle Maschinen vom Typ 787 aus dem Verkehr, nachdem eine von ihnen wegen Batterieproblemen im japanischen Takamatsu notlanden musste. Insgesamt 24 der neuesten und technisch hoch entwickelten Jets von All Nippon Airways (ANA) und Japan Airlines (JAL) sollen nun überprüft werden. Für Boeing setzt sich damit eine lange Pannenserie fort.

Das japanische Verkehrsministerium wertete die Notlandung als "schwerwiegenden Vorfall", der zu einem Unglück hätte führen können. ANA habe 17 Dreamliner und JAL sieben Flugzeuge des gleichen Typs auf unbestimmte Zeit aus dem Betrieb genommen, um weitere Untersuchungen vorzunehmen. Die Entscheidung sei von den Fluggesellschaften freiwillig getroffen worden, hieß es weiter. Beide Fluglinien mussten einen Teil ihrer Flüge streichen, bei anderen kam es zu Verzögerungen.

Die ANA-Maschine hatte am Mittwoch notlanden müssen, nachdem im Cockpit ein Batterieproblem angezeigt wurde und die Piloten einen Brandgeruch wahrgenommen hatten, wie die Fluglinie mitteilte. Der Flughafen wurde wegen der Notlandung geschlossen, der Dreamliner von Feuerwehrfahrzeugen umringt. Die Passagiere verließen den Flieger über Notrutschen. Dabei verletzte sich ein Passagier leicht. Die übrigen 128 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder blieben unverletzt.

Kinderkrankheiten oder grundlegendes Problem?

Für den vermeintlichen Verkaufsschlager von Boeing (NYSE: BA - Nachrichten) ist es die jüngste einer Reihe von Pannen in den vergangenen Tagen. Schon 2012 waren mehrmals technische Probleme gemeldet worden, vorige Woche ordnete die US-Luftfahrtbehörde FAA dann nach mehreren Problemen binnen kürzester Zeit eine Untersuchung an, erklärte den Dreamliner aber grundsätzlich für flugtauglich. Zuvor hatten Treibstofflecks, eine gesprungene Cockpit-Scheibe und einen Batteriebrand für Aufsehen gesorgt. In allen Fällen war All Nippon Airways betroffen.

Der erst 2011 in Dienst gestellte zweistrahlige Dreamliner ist das neueste und technisch anspruchsvollste Modell des amerikanischen Airbus (Paris: NL0000235190 - Nachrichten) -Konkurrenten. Die Maschine ist zu großen Teilen aus leichten Karbonfasern gebaut und gilt daher als sparsam im Spritverbrauch. Allerdings kam es schon vor der Premiere immer wieder zu technischen Problemen.

Die Probleme bei der Boeing 787 sind nach Darstellung des Unternehmens nicht gravierender als die Kinderkrankheiten der 777 Mitte der 1990er Jahre - und dieser Typ ist inzwischen ein Verkaufsschlager. Von den mittelgroßen Dreamlinern hat Boeing seit Ende 2011 bereits 50 Stück ausgeliefert, fast 800 weitere sind bestellt. Um den Auslieferungsstau abzubauen, will das Unternehmen die Fertigung bis Ende des Jahres von derzeit fünf auf zehn Maschinen im Monat ausbauen.

(Elaine Kurtenbach ist Korrespondentin der Nachrichtenagentur AP)

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