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Jahresrückblick 2020: Wirecard, die Lufthansa und TUI sind die großen Verlierer

Nils Jacobsen
·Wirtschaftsjournalist und Techblogger
·Lesedauer: 3 Min.

Das Schreckensjahr 2020 ist fast Geschichte. Aktionäre der größten Verliererkonzerne dürften an das Corona-Jahr noch länger zurückdenken…

Zentrale des insolventen Finanzdienstleisters Wirecard
Zentrale des insolventen Finanzdienstleisters Wirecard

Das Leid ist unermesslich. Als wäre das Corona-Jahr noch nicht fürchterlich genug, überschlagen sich auf den letzten Metern von 2020 die Horrormeldungen – die Corona-Zahlen in Deutschland stiegen fast täglich von Allzeithoch zu Allzeithoch.

Paradoxerweise gilt das auch an der Börse – sowohl bei ausgewählten Stay-at-Home-Unternehmen, die von den Folgen der Pandemie profitieren, als auch bei zahlreichen Indizes in der Breite wie dem Dow Jones, S&P 500, Nasdaq 100 oder hierzulande dem MDax.

Corona-Verlierer Lufthansa

Doch die Liquiditätsflut der Notenbanken und Regierungen hob nicht alle Boote – von der Corona-Pandemie betroffene Branchen litten unter den Folgen der Lock- und Shutdowns. Dazu zählen in erster Linie die Flug- und Tourismusbranche. 2020 ist die Zahl der Fluggäste an den deutschen Flughäfen etwa um enorme 72 Prozent zurückgegangen, wie „Bild am Sonntag“ berichtet. Das entspricht einem Rückgang von 155 Millionen Menschen seit Januar. 1,1 Millionen weniger Flüge hoben vom deutschen Boden ab (minus 63 Prozent).

Betroffen von dem historischen Einbruch ist naheliegenderweise der europäische Luftfahrt-Marktführer – die Lufthansa. In den ersten neun Monaten des Jahres brachen die Erlöse um dramatische 60 Prozent ein, während in den ersten drei Quartalen ein horrendes Minus von 5,58 Milliarden Euro eingeflogen wurde. Neun Milliarden Euro Staatshilfe sicherte sich die Kranich-Airline im Mai vom Staat. Trotz des Liquiditätspolsters ging die Lufthansa in der Coronakrise nun in den Sturzflug über und verlor 38 Prozent ihres Wertes – und den Platz im Dax30. Nach 32 Jahren im deutschen Eliteindex stieg die Lufthansa in den MDax ab.

Auch Airbus, Fraport und TUI unter Druck

In der zweiten deutschen Börsenliga teilte die Lufthansa ihr Schicksal mit anderen Branchenmitgliedern. Auch Flugzeugbauer Airbus (– 32 Prozent) und der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport (– 37 Prozent) wurden von Anlegern schwer abgestraft. Die Metro AG (– 38 Prozent) und Hugo Boss (– 35 Prozent) litten unterdessen massiv unter den Einschränkungen des öffentlichen Lebens.

Zum ultimativen Corona-Verlierer avancierte unterdessen TUI. Der Kurseinbruch des Hannoveraner Touristikanbieters von mehr als 60 Prozent (in der Spitze waren es gar 75 Prozent) ist selbsterklärend: Covid-19 verhagelt praktisch über ganz 2020 das Geschäft mit der vermeintlich schönsten Zeit des Jahres mit Urlaubsreisen und Kreuzfahrten.

Bayer Dax-Verlierer, Wirecard Horrorstory des Finanzjahres 2020

Doch es gab in den letzten zwölf Monaten auch Verlierer, die ihre Kursverluste kaum mit Corona erklären konnten. Mit einem Minus von 30 Prozent schnitt die Bayer AG mit Abstand am schwächsten in der 1. deutschen Börsenliga ab. Die Leverkusener leiden noch immer unter den Folgen der Monsanto-Übernahme, die im jüngsten Quartal für Milliardenverluste sorgte.

Den mit Abstand größten Absturz im deutschen Eliteindex erlebte unterdessen ein einstiger Hoffnungsträger, der erst zwei Jahre zuvor überhaupt in den deutschen Eliteindex aufgestiegen war. Wirecard litt zunächst in den ersten Monaten des Jahres unter der Fortsetzung des endlosen Wirtschaftskrimis der Financial Times-Enthüllungen – dann kam das dicke Ende.

Das einstige deutsche Vorzeige-Fintech-Unternehmen musste im Juni spektakulär seine Insolvenz vermelden. Aktionäre erlebten die praktisch totale Vernichtung ihres Kapitals: Die Wirecard-Aktie stürzte von Kursen über 100 Dollar auf Cent-Beträge ab.