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Jaguar Land Rover verliert deutschen Chef – Speth vor dem Absprung

Ralf Speth rettete Jaguar Land Rover vor der Pleite. Im September will der ehemalige BMW-Manager den Spitzenposten verlassen, bestätigte der Konzern.

Dem deutschen Automanager Ralf Speth ist gelungen, was kaum einer geglaubt hätte. Er hat Jaguar Land Rover (JLR) wieder erfolgreich gemacht. Unter der Ägide des indischen Autoriesen Tata formte er aus dem Sportwagenhersteller und dem Geländewagenspezialisten einen erfolgreichen Premiumkonzern. Nach zehn Jahren steht er nun vor dem Abschied.

Im September will sich Speth im September von der Spitze bei Jaguar Land Rover zurückziehen. Das bestätigte der Konzern am Donnerstag. Zuerst hatte die Financial Times über den Rückzug berichtet . Speth bleibe dem Konzern aber als Berater erhalten und werde auch weiter im Board of Directors bei Tata sitzen, erklärte Natarajan Chandrasekaran, Chairman des Mutterkonzerns Tata.

„Ich möchte Ralf für sein leidenschaftliches Engagement in den vergangenen zehn Jahren danken“, erklärte Chandrasekaran in einem offiziellen Statement. Ein sei bereits ein Komitee eingesetzt worden, dass in den kommenden Monaten einen Nachfolger für Speth finden soll. „Persönlich freue ich mich auf die neuen Herausforderungen“, erklärte Speth selbst in der Firmenmitteilung.

Für Jaguar Land Rover geht damit eine Ära zuende. Speth hatte seinen Posten 2010 angetreten, zwei Jahre nachdem die britischen Marken durch den indischen Tata-Konzern übernommen worden waren. Der ehemalige BMW-Manager setze konsequent auf Leichtbau und globaler aufgestellt - und trimmte die Marken damit wieder auf Erfolg.

Zuletzt hatte Jaguar Land Rover aber mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen: Die Verkäufe in China gingen zuletzt deutlich zurück, die Krise des Diesels traf die Marke hart, vor allem dürfte aber der anstehende Brexit für die beiden britischen Marken zu einer großen Herausforderung werden.