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Jäkel bezeichnet Einstellung der "FTD" als unvermeidbar

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Hamburg (dapd-nrd). Vorstandsmitglied Julia Jäkel hat den Beschluss ihres Verlags zur Einstellung der "Financial Times Deutschland" verteidigt. "Wir haben immerhin zwölf Jahre lang an einem hoch ambitionierten Objekt festgehalten und darum mit großem Durchhaltevermögen gekämpft", sagte das Vorstandsmitglied des Verlags Gruner + Jahr dem "Hamburger Abendblatt". "Ich habe dort fünf Jahre gearbeitet. Deshalb berührt mich das Schicksal der 'FTD' ganz besonders."

Die Anfang 2000 gegründete Zeitung sei "schneller, humorvoller und investigativer als andere. Deshalb haben wir so lange an ihr festgehalten", betonte Jäkel. Im Verlagsvorstand sei abgewogen worden, "ob wir echte Chancen für die nächsten Jahre sehen. Und diese Frage haben wir am Ende mit Nein beantwortet", sagte Jäkel, die seit Anfang September zum obersten Führungsteam des Hamburger Verlagshauses gehört und im Vorstand für das Zeitschriften- und Digitalgeschäft in Deutschland zuständig ist.

Die "FTD" habe den Verlag mehr als 250 Millionen Euro gekostet. "Wir werden alleine dieses Jahr mit unseren Wirtschaftsmedien 15 Millionen Euro Verlust machen", fügte Jäkel hinzu. Für das Anlegermagazin "Börse Online" sowie das Monatsmagazin "Impulse" prüft G+J nach eigenen Angaben die Möglichkeit eines Verkaufs. Das Magazin "Capital" sowie die Neugründung "Business Punk" sollen dagegen erhalten und nach Berlin verlegt werden. Dem Verlag zufolge sind in der Gemeinschaftsredaktion der G+J Wirtschaftsmedien 364 Mitarbeiter betroffen. Es werde versucht, ihnen andere Arbeitsplätze im Verlag anzubieten: "Aber im großen Stil ist das nicht möglich. Ich will da keine falschen Hoffnungen wecken."

Jäkel zeigte sich unglücklich über die Krisenkommunikation der vergangenen Tage. Es tue ihr leid, dass die Mitarbeiter von der Einstellung der "FTD" aus der Presse erfahren hätten. Eine frühere Information sei aber nicht möglich gewesen.

Fortführung als Online-Zeitung verworfen

Der Verlag hatte nach Angaben Jäkels Alternativen zu einer Einstellung der "FTD" intensiv geprüft. Sowohl das Modell einer verschlankten und um eine digitale Bezahlversion ergänzte Tageszeitung, als auch das Konzept einer ausschließlich digitalen Ausgabe seien aber wieder verworfen worden. "Unabhängig von der Vergangenheit würden diese Modelle noch einmal immense Investitionen bedeuten, die mit ungeheuren Risiken verbunden wären", stellte Jäkel klar. Daneben habe es bis zum Schluss einen seriösen Interessenten für das Blatt gegeben.

Auch Gründungschefredakteur Andrew Gowers bedauerte das Aus der "FTD". "Es war eine sehr gute Zeitung mit exzellenten Journalisten", sagte er der Zetiung "Die Welt". Der Verlag G + J habe es versäumt, ein Konzept für eine Online-Zeitung zu entwickeln: "Man (Other OTC: MAGOF.PK - Nachrichten) kann das nicht von einem auf den anderen Tag machen."

Die "FTD" erscheint am 7. Dezember zum letzten Mal. Der Verlag hatte am Freitag nach langem Hin und Her das Aus der defizitären Wirtschaftszeitung offiziell verkündet. Die Zeitung schreib seit ihrer Gründung im Jahr 2000 Verluste.

Merkel bricht eine Lanze für die Printmedien

Die Krise hat den deutschen Medienmarkt im Herbst mit voller Wucht erwischt. Die "Financial Times Deutschland" wird Anfang Dezember eingestellt, für die "Frankfurter Rundschau" wurde ein Insolvenzantrag gestellt. Die Nürnberger "Abendzeitung" erschien am 29. September zum letzten Mal.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hob in ihrem wöchentlichen Video-Podcast die Bedeutung der gedruckten Zeitungen und Magazine hervor. "Ich halte die Printmedien für sehr wichtig", sagte sie. "Und deshalb wünsche ich mir, dass neben der guten Entwicklung aller neuen Medien auch die uns allen bekannte Zeitung, die Printmedien, die Zeitschriften, eine gute Zukunft haben." Die neuen technischen Möglichkeiten sollten als Chance gesehen werden. Dennoch sei Zeitunglesen "etwas anderes, als im Internet zu sein", betonte Merkel.

dapd

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