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IWF fürchtet um wirtschaftliche Erholung im Euroraum

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BRÜSSEL/WASHINGTON (dpa-AFX) - Der Internationale Währungsfonds befürchtet wegen der zweiten Corona-Welle in der Eurozone für Anfang 2021 weniger Aufschwung als noch im Oktober erhofft. Dies gelte, wenn die Dynamik der Pandemie sich nicht deutlich ändere, heißt es in einer am Montag veröffentlichten IWF-Analyse.

Der IWF dringt deshalb auf einen raschen Start des 750 Milliarden Euro schweren Corona-Wiederaufbauprogramms Next Generation EU. Sollten sich die Wirtschaftsaussichten weiter verschlechtern, könnte noch größere finanzielle Unterstützung nötig werden, erklärte der IWF weiter.

Bei einigen Ländern mit bereits hoher Verschuldung könnte dies negative Marktreaktionen hervorrufen. Die EU-Corona-Hilfen und die vorsorglichen Kreditlinien des Eurorettungsschirms ESM könnten helfen, diesen Druck zu dämpfen. "Bei einer ernsten Verschlechterung könnte eine Erhöhung oder Erweiterung der Verteidigungslinie nötig werden", hieß es weiter.

Auch in der Geldpolitik werde wahrscheinlich zusätzliche Hilfe gebraucht. Die Europäische Zentralbank habe bereits stark geholfen, doch "wenn sich die wirtschaftlichen Aussichten weiter verschlechtern, wird zusätzlicher Stimulus benötigt werden, um eine nachhaltige Erhöhung der Inflation zu erreichen".

Im Bankensektor zeichneten sich bereits striktere Vergabekriterien für Kredite ab, schreibt der IWF weiter. Eine langsame Erholung könnte Liquiditätsprobleme erhöhen und einen Schuldenüberhang zur Folge haben. Unterstützende Maßnahmen wie ein Stopp von Dividenden und Anteilsrückkäufen sollten beibehalten werden, bis die Erholung greift.