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Das ist der italienische Großreeder Gianluigi Aponte, der mit der Lufthansa die frühere Alitalia kaufen will

·Lesedauer: 3 Min.
MSC-Chef Gianluigi Aponte überlegt, zusammen mit Lufthansa in ITA Airways einzusteigen.
MSC-Chef Gianluigi Aponte überlegt, zusammen mit Lufthansa in ITA Airways einzusteigen.

Vor nicht einmal zwei Jahren war die Lufthansa in Folge der Corona-Pandemie in schwere Turbulenzen geraten. Nur mit staatlicher Hilfe überstand die deutsche Fluggesellschaft die Krise. Nun stehen die Zeichen wieder auf Expansion. Gemeinsam mit der Großreederei MSC will die Lufthansa die italienische Fluggesellschaft ITA Airways übernehmen, die Nachfolgerin der Alitalia.

Die Lufthansa-Gruppe würde damit ihre Drehkreuze in Frankfurt, München, Wien, Zürich und Brüssel um ein oder sogar zwei Drehkreuze in Rom und eventuell Mailand erweitern.

Bei dem Geschäft will sich Lufthansa-Chef Carsten Spohr mit dem 81-jährigen Unternehmer Gianluigi Aponte zusammentun. Aponte ist Gründer und Chef der Mediterranean Shipping Company, kurz: MSC, einer der größten Container-Reedereien der Welt. Ihr kennt sie vielleicht auch von der Kreuzfahrt-Tochter MSC Cruises. Beide Männer vereint eine besondere Eigenschaft: Sie sind nicht nur Manager ihrer Unternehmen, sondern vom Fach: Aponte war einmal Schiffskapitän und Spohr hat eine Piloten-Lizenz.

Für die Strategie der Lufthansa-Gruppe kann Aponte eine wesentliche Rolle spielen. Was macht diesen Unternehmer aus?

Angefangen hat Aponte als Seemann im Golf von Neapel

Der Reiz des Fernen ist Gianluigi Aponte in die Wiege gelegt worden: Geboren ist er in dem 16.000-Einwohner-Ort Sorrente nahe Neapel im südlichen Drittel Italiens. Die Küstenstadt wurde schon in der Antike als Hafen genutzt, vor allem für Handelsbeziehungen mit Athen und Marseille.

Zeugnisse aus dem 17. Jahrhundert berichten laut Firmengeschichte davon, dass die Familie Aponte ein Schiff im Golf von Neapel betrieb.

Gianluigi Aponte selbst fing als Seemann im Golf von Neapel an. Er stieg zum Kapitän auf und steuerte eine Fähre zwischen Neapel und der Insel Capri. Auf einer dieser Fahrten soll er Rafaela getroffen haben, eine Schweizer Bankiers-Tochter. Die beiden verliebten sich und heirateten.

Von Rafaela und Gianluigi Aponte gibt es wenige Fotos zusammen – dieses ist zehn Jahre alt.
Von Rafaela und Gianluigi Aponte gibt es wenige Fotos zusammen – dieses ist zehn Jahre alt.

Menschen aus seiner Heimat Neapel haben ihn noch lange "Commandante" genannt

Mit Unterstützung der Familie seiner Frau kaufte Gianluigi Aponte mit 30 Jahren sein erstes Schiff, Taufname Patricia – der Namen seiner Schwiegermutter. Das zweite Schiff, das er ein Jahr später kaufte, benannte er nach seiner Frau Rafaela. Apontes Konzept: Schiffe günstig kaufen und mit Frachtgeschäft Geld verdienen.

Dabei bleibt er seiner Heimat treu – und stellte trotz des Firmensitzes in Genf Fachkräfte aus der Region um Neapel ein. Deshalb nannten ihn die Leute in Neapel, wenn sie über ihn sprechen, noch lange respketvoll "Commandante", schrieb das "Hamburger Abendblatt" vor fast 20 Jahre über Aponte. Sein Geschäft florierte. Sein aktuelles Vermögen schätzt das Magazin "Forbes" auf umgerechnet rund neun Milliarden Euro.

Und auch seiner Familie ist der verschwiegene Unternehmer treu: Seine Tochter Alexa ist ebenso an Bord der Company wie sein Sohn Diego und der Schwiegersohn Pierfrancesco Vago. Privat ist über die Familie nicht viel bekannt. Das Wirtschaftsmagazin "Capital" erzählt von MSC-Mitarbeitern, die die Familie als "nett" und "bodenständig" beschreiben. Das Magazin lässt aber auch einen ehemaligen Manager zu Wort kommen: "Alle Prinzipien moderner Führung, Agilität, Tempo, flache Hierarchien, gelten nicht. Dieses Unternehmen ist wirklich aus der Zeit gefallen."

Die gemeinsame Interessensbekundung von Lufthansa und MSC liegt jetzt bei ITA Airways. Bis Ende April wollen die Parteien exklusiv mit ITA Airways verhandeln. Schlecht stehen die Chancen wohl nicht – erst vor wenigen Wochen hatte ITA-Verwaltungsratschef Alfredo Altavilla dem "Handelsblatt" gesagt: "Ich habe großen Respekt vor Carsten Spohr".

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