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Italien verkauft Häuser für einen Euro - und einige sind noch zu haben!

Antonie Hänel
Freie Autorin

Einige verlassene Dörfer und Städte in Italien haben sich vor gut einem Jahr dazu entschlossen, einen ungewohnten Weg einzuschlagen: Sie bieten baufällige Wohnräume für nur einen Euro an, um neue Bewohner anzulocken. Mit Erfolg, wie sich mittlerweile zeigt.

Cammarata, die "Stadt mit den tausend Balkonen gen Osten" (Bild: Getty Images)

Vor einem Jahr ging die Nachricht um die Welt, dass Italien mehrere mehr oder weniger baufällige Häuser für nur einen Euro verkauft. Ziel war es, die Renovierung und Wiederbelebung der verlassenen Städtchen voranzutreiben. Wie ist die Aktion geglückt?

Diese italienische Stadt verschenkt Häuser - und bietet "Baby-Bonus"

Der Bürgermeister von Gangi, einer Stadt nahe Palermo, die schon 2011 angefangen hatte, ihre Häuser für das Allgemeinwohl zu “verscherbeln”, berichtet gegenüber CNN: “Wir sind wirklich stolz. Über 160 bröckelnde Wohnhäuser wurden dank neuer Eigentümer renoviert, was auch eine Wiederbelebung des privaten Immobilienmarktes ausgelöst hat. Das alte Zentrum erstrahlt wieder.”

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Einen Nebeneffekt der Aktion haben fast alle Städtchen verspürt: Der Tourismus ist durch die Decke gegangen. So auch in Ollolai in der Region Barbagia. Dort sind bisher zehn Häuser verkauft worden, der Bürgermeister freut sich: “Eine moderne Renaissance ist im Gange.”

In Cammarata, der “Stadt mit den 1000 Balkonen gen Osten”, sind noch etwa ein Dutzend Häuser zu erwerben. Das sizilianische Örtchen ist eines der Dörfer, die ihren Neu-Bewohnern sogar noch einen Baby-Bonus von 1000 Euro bieten.

Zungoli im Süden Italiens (Bild: Getty Images)

Zungoli, in der Nähe von Neapel, hat bereits dreißig Häuser verkauft. “Ein Wind der Veränderung weht, er belebt die lokale Landwirtschaft und schafft Arbeitsplätze”, schwärmt der Bürgermeister hier von der Aktion.

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“Wir leben eine friedliche Revolution”

Einen regelrechten Ansturm gab es auf die Stadt Sambuca in Sizilien. Aufgrund der hohen Nachfrage haben die Kommunen beschlossen, die 16 angebotenen Immobilien an den Meistbietenden zu verkaufen. Nur ein Haus wechselte hier letztendlich für einen Euro den Besitzer. “Wir leben eine friedliche Revolution”, freut sich der stellvertretende Bürgermeister.

Sambuca in der Toskana (Bild: Getty Images)

Wer nun auf den Geschmack gekommen, handwerklich begabt ist oder Lust hat, zu investieren: In nahezu allen Städten stehen immer noch freie Häuser zum Verkauf. Listen der verfügbaren Wohnräume gibt es auf den Webseiten der Städte, die Bewerbungsbögen können online ausgefüllt werden. Sinnvoll ist es außerdem, sich die Gegend und das Haus auch vor Ort anzusehen, bevor man es kauft.

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