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„Italien ist politische gelähmt“

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„Viel schlimmer hätte es nicht kommen können“, kommentiert Dr. Andreas Scheuerle, Experte für Makro Research bei der DekaBank, den Wahlausgang in Italien. Zwar siegte das sozialdemokratische Mitte-Links-Bündnis von Pier Luigi Bersani in der Abgeordnetenkammer. Doch im Senat – der zweiten Kammer des Parlaments – erreichte das Mitte-Rechts-Bündnis von Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi die Mehrheit. Selbst eine Koalition mit Mario Montis Bündnis der Mitte ist für Bersani dort nicht möglich. „Die Verlierer dieser Wahl sind Bersani und Monti, die beide deutlich hinter den Wahlumfragen zurückblieben und nun keine Reformregierung bilden können, die mit der Kraft beider Kammern arbeitet“, sagt Scheuerle. Michael Schmidt, Leiter für europäische Aktien bei Union Investment, hofft, dass die Reformen, die Mario Monti angestoßen hat, fortgeführt werden. „Ich denke, ein Monti-Bersani-Sieg wäre definitiv das bestmögliche Ergebnis gewesen. Sollte es zu einer Fortführung der Monti-Politik kommen, dann ist dies das Beste, was wir angesichts der großen Herausforderungen hoffen können.“ Das schlimmste Szenario ist nach Ansicht Schmidts, dass die neue Regierung alle bestehenden Verpflichtungen in Gefahr bringt: „Ich denke, dass ausländische Investoren dann ‚mit ihren Füßen wählen werden‘ und ihre Einlagen abziehen.“Angesichts des politischen Patts in Rom rutschten die Börsen weltweit ins Minus. „Der an den Aktienmärkten eingepreiste Sieg der Reformkräfte wurde wieder ausgepreist und die Volatilitäten sind stark gestiegen“, so Deka-Experte Scheuerle. Der Deutsche Aktienindex DAX gab zum Handelsauftakt um mehr als zwei Prozent nach, der EuroStoxx 50 (Zürich: ^STOXX50E - Nachrichten) verlor bis zu drei Prozent an Wert. Der Euro verlor seit Bekanntgabe des Wahlergebnisses drei Cent und notierte heute Morgen bei 1,30 US-Dollar. In Japan sackte der Nikkei um 2,26 Prozent ab und an der Wallstreet schloss der Dow Jones (DJI: ^DJI - Nachrichten) mit einem Minus von 1,5 Prozent. „Italienische Staatsanleihen mussten kräftige Rückschläge hinnehmen, um etwa 75 Basispunkte gegenüber dem Vor-Wahl-Niveaus“, sagt Scheuerle.„In den Handelstagen nach der Wahl herrscht wieder ein Risk-off-Modus, der lange Zeit ausgeschaltet war, weil der Markt begonnen hatte, wieder Vertrauen aufzubauen.“ Im vergangenen Jahr habe es Fortschritte gegeben bei der Akzeptanz der Reformmaßnahmen in den Krisenländern einerseits und Finanzierungszusagen aus den stärkeren Ländern unter Einbeziehung der Europäischen Zentralbank andererseits. „Nach diesem Wahlergebnis ist es wieder offen, wieweit einzelne Mitgliedstaaten ihre Problem anerkennen und angehen wollen“, fürchtet Scheuerle. Für das laufende Jahr erwartet er allerdings, dass es an den Finanzmärkten halbwegs friedlich bleibe. „Die Gefahren für die entferntere Zukunft sind jedoch gestiegen.“(PD)

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