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Das verrückteste Sport-Interview des Jahres?

Ben Barthmann
freier Sportjournalist

Wenn sich Trainer oder Spieler in Rage reden, kommt nur selten etwas gutes dabei heraus. So auch im Fall des Rugby-Spielers Joe Marler.

Rugby-Spieler Joe Marler. (Bild: Craig Mercer/MB Media/Getty Images )

In dem knapp über eine Minute langen Video der Rugby-Union-Mannschaft Harlequins aus der obersten englischen Liga spricht Marler über die vergangenen Ergebnisse des Teams. Gut ausgefallen sind diese sicherlich nicht, denn der 29-Jährige ist sauer.

Mächtig sauer, denn in der kurzen Zeit des Interviews verliert er komplett den Faden und bedient sich einer äußerst schiefen Metapher. Doch der Reihe nach.

Plötzlich bringt Joe Marler ein Pferd ins Spiel

“Es hat mich nicht so getroffen wie die Jungs, die da draußen waren, aber ich habe es definitiv gefühlt und weiß, wie sehr es sich die Jungs zu Herzen genommen haben. Sie werden enttäuscht sein mit der Leistung, die wir gezeigt haben”, sagte der aktuell verletzte Pfeiler. So weit, so noch in Ordnung.

“Aber wir haben jetzt eine Woche, um zurück auf das Pferd zu steigen.” Welches Pferd? Eine englische Redewendung, auf Deutsch würde man vielleicht sagen “wieder auf die Beine kommen” - auch noch alles in Ordnung.

“Das Pferd ist zum Teil irisch”

Jetzt wird es wild: “Und dann müssen wir mit diesem Pferd zum Wasser, dann können wir das Pferd fragen: ‘Hey Pferd, willst du Wasser trinken oder willst du schwimmen?’ Dann geht es um das Pferd, was es mit seinem Leben machen will.”

Das ist alles schon recht schief. Marler ist aber noch gar nicht fertig: “Das Pferd, in diesem Moment, will eher am Samstag ausgehen und will - klicker-klacker - seinen ganzen Weg zum The Stoop (das Heimstadion der Harlequins, Anm. d. Red.) gehen und ‘Hallo’ zu den Fans sagen.”

Dann beginnt Marler damit, das Pferd zu imitieren und spricht mit verstellter Stimme: “Das Pferd sagt: ‘Das Ergebnis aus letzter Woche tut mir Leid, aber ich werde hier zu Hause eine bessere Leistung gegen Bath zeigen.’” Warum der Dialekt? Klar: “Das Pferd ist zum Teil irisch.”

Marler selbst hat mit Pferden nichts am Hut

Marler schließt seine Geschichte: “Wir wollen, genau wie ich sagte, zurück auf dieses Pferd.” Das bringt den Journalist zur folgerichtigen Frage an den verletzten Marler: “Und auch du willst bald wieder zurück auf das Pferd? Es sind jetzt schon sechs Monate.”

Darauf kann es nur eine Antwort geben: “Ich mag Pferde nicht. Ich kann nicht reiten.”