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Ischinger: Dürfen keinen totalen Boykott Russlands fordern

·Lesedauer: 1 Min.

BERLIN (dpa-AFX) - Trotz der offensichtlichen Vergiftung des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny hat der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, vor einem Boykott Russlands gewarnt. "Wir brauchen Russland in der Klimapolitik, in der Ukrainepolitik, in vielen anderen Bereichen. Wir können jetzt nicht sozusagen hier eine Mauer aufziehen zwischen dem Westen und Russland", sagte er am Donnerstag im ARD-"Morgenmagazin".

Gleichwohl erfordere der Fall eine angemessene Reaktion der Bundesregierung: "Ich glaube, klare Kante ist erforderlich." Bei den Maßnahmen gegen Russland müsse Deutschland einen Mittelweg zwischen diplomatischen Gesten und einem Totalboykott finden.

Auch die umstrittene Erdgas-Leitung Nord Stream 2 müsse auf den Prüfstand: "Wenn wir eine klare Botschaft nach Moskau schicken wollen, dann müssen in der Tat auch Wirtschaftsbeziehungen auf die Tagesordnung. Und das würde bedeuten, dass man tatsächlich [...] Nord Stream 2 nicht außen vorhalten kann." Ischinger betonte aber auch, dass die Pipeline kurz vor der Fertigstellung stehe und ein Abbruch des Projekts "eine sehr komplexe Frage" sei. Durch die gemeinsam gebaute deutsch-russische Leitung in der Ostsee soll russisches Erdgas nach Deutschland geliefert werden.