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Dem Irrsinn mit Humor begegnen: Schicksale in der Corona-Krise

Elisa Eberle
·Lesedauer: 3 Min.

Filme über Corona gibt es bereits viele. Doch mit ihrer Entscheidung, Normalbürger von ihren Sorgen, aber auch Freuden im Lockdown berichten zu lassen, treffen die Macher von "Stimmen der Coronakrise" vielleicht einen besonderen Nerv, gerade jetzt, im zweiten Lockdown.

Seit Beginn der Corona-Krise hat es zahlreiche Filmprojekte über die Pandemie und ihre Auswirkungen auf die Menschen gegeben. Angefangen bei fiktiven Projekten wie "Liebe. Jetzt!" (ZDFneo) bis hin zu Dokumentationen und Reportagen. Dass den Machern der neuen History-Eigenproduktion "Stimmen der Coronakrise" (am Donnerstag, 28. Januar, 19.25 Uhr, auf History sowie ab sofort online unter www. history.de) dennoch eine neue, eine besondere Sichtweise auf das omnipräsente Thema gelungen ist, überrascht also, lässt sich jedoch ebenso leicht erklären.

Es ist ein zutiefst partizipatorisches Projekt, zu welchem der Sender zusammen mit dem Komiker Wigald Boning im vergangenen Frühjahr aufrief: Zuschauer sollten ihre ganz persönliche Sicht der Dinge, ihre Angst vor einer Ansteckung, ihre Leiden während des Lockdowns, jedoch auch ihre Hoffnungen mit dem Handy filmen und einsenden. Zusammengekommen sind eine Vielzahl individueller Stimmen. Und auch wenn natürlich bei weitem nicht alle potenziell relevanten Themen angesprochen werden, so macht eben jene Individualität trotzdem das Besondere des knapp 45-minütigen Films aus.

Da ist zum Beispiel Eva, die sich bereits relativ am Anfang des chronologisch erzählten Films Gedanken über das Schicksal der Obdachlosen während der Pandemie macht. Später sieht man sie am Rande einer Corona-Demonstration wieder, wo sie sich mit einigen jener Demonstranten unterhält, die die Verhältnismäßigkeit mancher Maßnahmen zwar durchaus kritisch sehen, die Existenz des Virus und die Notwendigkeit dagegen vorzugehen jedoch gewiss nicht leugnen. Auf der anderen Seite sind da aber auch Michaela, die die Schulschließungen zur Pandemie Bekämpfung für richtig hält, oder Mike, der selbst an dem Virus erkrankt und in einem Tagebuch von seinen Symptomen berichtet. Und manche Schicksale, wie jenes der gestrandeten und kurzzeitig inhaftierten Globetrotter machen einfach nur fassungslos.

Zwischen Schatten und Licht

"Mir war es wichtig, dass 'Stimmen der Coronakrise' ein politisch ausgewogener Film wird", erklärt der Regisseur Tom Block. Er solle "keine konkrete Meinung" vertreten, sondern "die eigene Meinungsbildung und somit auch die Meinungsvielfalt" fördern. Gerade aufeinander einzugehen und sich gegenseitig zuzuhören, sei in Krisenzeiten besonders wichtig. Diese Intention wird sicher auch durch eine weitere Stärke des Films unterstützt: den bewussten Verzicht auf Expertenstimmen und einer übergeordneten Moderation. Das einzige, was die kurzen wie längeren Videobotschaften in einen Zusammenhang stellt, sind einige simple Texttafeln mit den wichtigsten Hintergrundinformationen sowie gelbe Schlagwörter die von "#Lockdown", also den Grenzschließungen zu den deutschen Nachbarländern, bis hin zu "#Lockerungen" reichen.

"Zuweilen geschieht Historisches, und man merkt es erst später", erklärt Emanuel Rotstein, der Programmchef von History. "Manchmal aber erlebt man auch ganz bewusst mit, wenn Geschichte geschrieben wird." Dass die Coronapandemie eines Tages in die Geschichtsbücher eingehen wird, liegt auf der Hand. Somit wäre es also durchaus denkbar, dass mit dem Film zukünftige Schülergenerationen einen Einblick über das Leben in der Pandemie, seine Schattenseiten, aber eben auch seine hellen Momente lernen.

Denn eines prägt den Film ebenso besonders: der Humor, mit dem manche der Protagonisten an ihre Situation herantreten. Andreas etwa hat das Kapitel "#Coronafrisur" musikalisch mit einem augenzwinkernden Song untermalt. Mike erkennt den Irrsinn in der Regel, wonach der hauseigene Spielplatz geschlossen bleibt, auf dem nachweislich nur zwei Kinder pro Tag spielen. Und Frank zeigt die ungewollte Tragikomik eines Schildes am Friedhof auf ("Virusgefahr. Lächeln und Winken. Begrüßen mit Herz statt Hand"). Somit könnte der Film fast positiv mit "#Lockerungen" enden, wäre da nicht das "#Ende" und der zweite Lockdown, in welchem sich ein guter Teil der Welt derzeit befindet.