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Irrer Zettelkrieg: Streit um "Bonzen-Rad" im Treppenhaus

Sandra Alter
·Freiberufliche Journalistin
·Lesedauer: 2 Min.

Kinderwagen, Fahrrad, Schuhe – was darf ins Treppenhaus und was nicht? In Berlin sorgte ein abgestelltes “Bonzen-Rad” für einen Zettelkrieg.

25 June 2020, Saxony, Dresden: View into a staircase in a residential building with 22 newly built apartments. Today, the city-owned Dresdner Wohnungsbaugesellschaft "Wohnen in Dresden" (WiD) took over the first residential building financed with subsidies from the Free State. The 22 newly built social housing units were subsidized with 1.04 million euros from the "Gebundener Mietwohnraum" guideline of the Free State of Saxony. This means that WiD is starting to build up its own stock of social housing. Photo: Robert Michael/dpa-Zentralbild/ZB (Photo by Robert Michael/picture alliance via Getty Images)
(Bild: Getty Images)

Immer wieder entbrennen Streits um abgestellte Dinge in Mehrfamilienhäusern. Und nicht selten landen Auseinandersetzungen um Schuhschränke, Blumenkübel und Co dann sogar vor Gericht.

Bewohner eines Mietshauses in Berlin lieferten sich kürzlich eine Auseinandersetzung um ein im Treppenhaus abgestelltes Motorrad.

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Einer der Bewohner war offensichtlich wütend über das abgestellte schwarze Zweirad und klebte einen Zettel auf den Tank, auf dem in Großbuchstaben zu lesen war: “DAS IST UNSER GEMEINSAMES TREPPENHAUS UND NICHT PRIVATGARAGE FÜR DEIN BONZEN-RAD!”

Doch mit seiner Meinung stand der anonyme Zettelkleber offensichtlich alleine da. Denn andere Mitbewohner kommentierten die Nachricht mit ebenfalls handgeschriebenen, nicht anonymen Zetteln, so dass am Ende ein Großteil des Motorrads mit Nachrichten bedeckt war.

“Also mich stört’s nicht. Und was Bonze ist, ist Ansichtssache …”, schrieb einer. “Jetzt mal den Stock aus dem Po!! Das gute Stück stört keinesfalls. Wenn’s mal Auslauf braucht und du keine Zeit hast, dann kümmern wir uns gerne drum. Es lebe das Rückgrat und die Toleranz!!”, hieß es auf einem anderen Zettel der mit Daniel & Mila unterschrieben war.

Der witzige Zettelkrieg wurde mit Fotos festgehalten, macht derzeit auf Instagram die Runde und kann dort detailliert nachgelesen werden.

Was im Treppenhaus erlaubt ist

Das Treppenhaus ist ein gemeinschaftlich genutzter Raum und gehört grundsätzlich nicht mit zur gemieteten Wohnung. Das Abstellen von Fahrrädern und Ähnlichem wird in vielen Mehrfamilienhäusern zwar geduldet, Anspruch darauf haben Bewohner aber nicht. Das Immobilienportal Immo Scout 24 erklärt, warum eigentlich nichts im Treppenhaus abgestellt werden darf:

“Wenn viele Gegenstände im Treppenhaus herumstehen, bringt dies zwei Probleme mit sich:

  1. Der Hauswart wird dadurch bei den Reinigungsarbeiten behindert.

  2. Das Treppenhaus dient im Notfall (beispielsweise bei einem Brand) als Fluchtweg. Deshalb darf nach den neusten Brandschutzverordnungen im Treppenhaus nichts im Wege stehen. Nur so ist garantiert, dass die Bewohner problemlos ins Freie flüchten können und die Feuerwehr einen freien Einsatzweg vorfindet.“

Auch wenn der Vermieter über Jahre hinweg etwas dulde – wie etwa das Abstellen eines Schuhschranks – entstehe dadurch kein Gewohnheitsrecht und er könne jederzeit darauf bestehen, dass Dinge wieder entfernt werden.

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Beim Abstellen von kraftstoffbetriebenen Fahrzeugen wie Motorrädern, Rollern oder Mopeds gelten die Brandschutzbestimmungen des Hauses. Da sie eine Brandgefahr darstellen, bedarf die Unterbringung in der Regel der Zustimmung des Vermieters, erklärt das Portal Mietrecht.com.

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