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Iran will mit Hormus-Friedensplan auf Entspannung setzen

TEHERAN (dpa-AFX) - Der Iran will mit seinem Friedensplan für den Persischen Golf und die Straße von Hormus auf Entspannungskurs mit seinen arabischen Nachbarn gehen. "Im Einklang mit unseren regionalen Entspannungsinitiativen, werden wir schon bald die Details unseres Hormus-Friedensplans vorlegen", kündigte Außenamtssprecher Abbas Mussawi am Dienstag an. Neben den Staaten am Persischen Golf sollen auch die Vereinigten Nationen an der Umsetzung des Plans "Koalition der Hoffnung" mitwirken, erläuterte der Sprecher.

Laut Mussawi hat Präsident Hassan Ruhani den Plan bereits bei der UN-Vollversammlung im September in New York vorgestellt. Nun aber sollten auch alle Details des Plans den jeweiligen Ländern sowie der UN vorgelegt werden, sagte der Sprecher dem Staatssender IRIB. Bei der Koalition rechnet der Iran auf die Zusammenarbeit der sechs Golfstaaten Bahrain, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate sowie Irak.

Der Persische Golf und besonders die Straße von Hormus, durch die fast ein Drittel der weltweiten Ölexporte verschifft wird, sind in den vergangenen Monaten verstärkt in den Fokus geraten. Hintergrund ist der Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Insbesondere geht es um die von US-Präsident Donald Trump verhängten Sanktionen gegen Irans Ölexport - die Haupteinnahmequelle des Landes.

Präsident Ruhani hatte mehrmals gedroht, dass - falls eines Tages die USA wirklich den iranischen Ölexport blockieren sollten - der Iran dann die Straße von Hormus sperren und überhaupt keinen Ölexport zulassen würde. Laut Ruhani sollte die Sicherheit am Golf regional und ohne ausländische Einmischung geregelt werden. Dafür sei er auch bereit, alle Differenzen mit den Golfstaaten - auch mit Erzfeind Saudi-Arabien - auszuräumen.

Skepsis ist allerdings angebracht. Drei der Golfstaaten - Bahrain, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate - haben seit Jahren keine diplomatischen Beziehungen mit dem Iran. Eine Friedenskoalition wäre daher nur dann denkbar, wenn die Beziehungen zu diesen drei Ländern, besonders zu den Saudis, wieder normalisiert würden.