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Iran will vor Atomverhandlungen weitere Beratungen mit EU in Brüssel

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TEHERAN (dpa-AFX) - Der Iran will vor dem Beginn neuer Atomverhandlungen in Wien mit der Europäischen Union in Brüssel beraten. "Bei den letzten Verhandlungen in Wien (zwischen April und Juni) gab es Differenzen, die wir im Vorfeld der erneuten Gesprächsrunde mit der EU noch klären müssen", sagte Außenamtssprecher Said Chatibsadeh am Montag. Daher sollen die verbliebenen Streitthemen in den kommenden Tagen in Brüssel vom Vize-Außenbeauftragten der EU, Enrique Mora, mit dem iranischen Vizeaußenminister Ali Bagheri besprochen werden. Bereits letzte Woche trafen sich Mora und Bagheri in Teheran; konkrete Ergebnisse wurden nicht erzielt.

Chatibsadeh bestritt jedoch Spekulationen, dass die Wiederaufnahme der Atomgespräche ins Stocken geraten sei. Auf die Differenzen ging er nicht ein. Er kritisierte lediglich erneut die USA, die seinen Worten nach Sanktionen, das internationale Wirtschaftssystem und den Dollar als Kriegswaffen einsetzen würden. Der Iran habe zwar keine Vorbedingungen für die Atomverhandlungen, erwarte von US-Präsident Joe Biden jedoch, dass er bei dem Thema anders handele als sein Vorgänger Donald Trump.

Die im April wiederaufgenommenen Verhandlungen über die Wiederherstellung des Wiener Abkommens wurden nach der Präsidentenwahl im Juni und dem Regierungswechsel in Teheran unterbrochen. China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Russland bemühen sich um die Rückkehr der USA zu dem Abkommen. Der Iran soll zudem technische Verpflichtungen eingehen.

Der Wiener Deal sollte den Bau iranischer Atomwaffen verhindern; im Gegenzug sollten die Sanktionen gegen den Iran aufgehoben werden. Der damalige US-Präsident Trump hatte die Vereinbarung 2018 aufgekündigt und Wirtschaftssanktionen gegen den Iran erneuert. Die Sanktionen sind mitverantwortlich für die die bislang schlimmste Wirtschaftskrise des Landes. Als Reaktion auf die US-Sanktionen begann Teheran 2019, die ihm im Abkommen auferlegten technischen Beschränkungen zu überschreiten. Unter anderem erhöhte das Land die Urananreicherung von den erlaubten 3,67 auf 60 Prozent.

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