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Iran warnt Israel vor militärischer Reaktion nach Tanker-Angriff

·Lesedauer: 2 Min.
Der Tanker "MT Mercer Street" vor der Küste der Emirate

Der Iran hat Israel in scharfen Worten vor einem Militäreinsatz nach dem mutmaßlichen Drohnenangriff auf einen Öltanker im Indischen Ozean gewarnt. "Jeglicher törichten Aktion gegen den Iran wird mit einer entschlossenen Antwort begegnet", schrieb der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Said Chatibsadeh, am Donnerstag im Onlinedienst Twitter. An die Adresse Israels gerichtet fügte er hinzu: "Stellt uns nicht auf die Probe."

Der Öltanker "MT Mercer Street" war vor einer Woche vor der Küste des Oman angegriffen worden. Ein rumänisches und ein britisches Besatzungsmitglied wurden dabei getötet. Israel, die USA und Großbritannien gehen von einem Drohnenangriff aus, hinter dem der Iran steckt. Teheran wies dies zurück.

Der israelische Ministerpräsident Naftali Bennett sagte am Dienstag, seine Regierung arbeite daran, "die Welt" in der Reaktion auf den Angriff zu vereinen. Er warnte zugleich: "Wir verstehen auch, allein zu handeln". Chatibsadeh erklärte dazu nun, in einem "weiteren unverfrorenen Verstoß gegen das Völkerrecht" drohe das "israelische Regime unverhohlen mit einer militärischen Aktion".

Beobachtern zufolge spricht vieles dafür, dass der Angriff auf den Tanker auf eine Art "Schattenkrieg" zwischen Israel und dem Iran zurückzuführen ist. In den vergangenen Monaten hatte es mehrfach Berichte über Angriffe auf iranische Schiffe gegeben, die Teheran mit Israel in Verbindung brachte. Im April etwa wurde im Roten Meer ein iranisches Schiff durch eine Explosion beschädigt. Die "New York Times" berichtete damals, der Angriff sei eine "Vergeltung für vorangegangene iranische Angriffe auf israelische Schiffe".

Der neue iranische Präsident Ebrahim Raisi, der am Donnerstag sein Amt antrat, ist ein ultrakonservativer Geistlicher. Vor dem Parlament sagte Raisi, er unterstütze "alle diplomatischen Pläne" zur Aufhebung der US-Sanktionen gegen sein Land.

Der frühere US-Präsident Donald Trump war 2018 aus dem internationalen Abkommen zur Begrenzung des iranischen Atomprogramms ausgestiegen und ließ danach massive Sanktionen in Kraft setzen. Der Iran zog sich als Reaktion schrittweise aus Verpflichtungen aus dem Abkommen von 2015 zurück. In Wien wurde in den vergangenen Monaten über eine Wiederbelegung der Vereinbarung verhandelt, die Teheran daran hindern soll, die Fähigkeiten zum Bau der Atombombe zu erlangen.

Die US-Regierung appellierte am Donnerstag an Raisi, diese Gespräche rasch fortsetzen zu lassen. "Wir drängen den Iran, die Verhandlungen bald wieder aufzunehmen", Außenministeriumssprecher Ned Price. "Wir hoffen, dass der Iran nun die Möglichkeit ergreift, diplomatische Lösungen voranzubringen." Eine Aufhebung der Sanktionen sei "genau das, worum es in Wien geht".

Bei den Wiener Verhandlungen ist zwar eine US-Delegation anwesend, sitzt aber nicht mit den Iranern an einem Tisch. Der seit Januar amtierende US-Präsident Joe Biden hat sich jedoch grundsätzlich zu direkten Verhandlungen mit dem Iran bereit erklärt.

dja/gt

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