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Investoren kreisen um Riesenprojekt von Adler-Aktionär Aggregate

·Lesedauer: 3 Min.

(Bloomberg) -- Ein Riesenprojekt im Zentrum des früheren Westberlins weckt aufgrund der Geldsorgen der Adler Group SA und ihres Hauptaktionärs Aggregate Holdings SA den Appetit einiger Investoren. Mindestens drei Interessenten haben Kaufangebote für das “Projekt Fürst” - einst bekannt als Kudamm-Karree - gemacht, berichten mit der Situation vertraute Personen.

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Die Investoren wandten sich an den früheren Eigentümer des Gebäudekomplexes am Kurfürstendamm in Charlottenburg, Vivion Investments Sarl, dem Aggregate noch rund 300 Millionen Euro aus dem Verkauf schuldet, sagen die Personen.

Die Investoren wittern offenbar ihre Chance nach einem massiven Wertverfall der Aktien und Anleihen von Adler und Aggregate infolge eines Bericht des Leerverkäufers Viceroy Research, der Adler des Finanzbetrugs bezichtigte und intransparente Besitzstrukturen anprangerte. Ihr Moment könnte kommen, falls der Deal scheitert und Vivion einen neuen Käufer sucht, oder wenn Aggregate das Projekt weiterverkaufen muss, um Barmittel zu beschaffen.

Aggregate, das dem Österreicher Günther Walcher gehört und vom österreichischen Geschäftsmann Cevdet Caner beraten wird, hatte den Deal im Juni bekannt gegeben. Der Kaufpreis von über 900 Millionen Euro ist in Raten bis nächstes Jahr fällig. Vivion habe die Interessenten an Aggregate weiterverwiesen, das die Angebote bislang abgelehnt habe, berichtet eine der Personen.

“Wir können bestätigen, dass wir von Parteien angesprochen wurden, die am Erwerb von Fürst interessiert sind”, teilte ein Vivion-Sprecher per E-Mail mit. “Dies ist angesichts der Qualität des Objekts und des Wettbewerbs auf der Käuferseite in der aktuellen Marktsituation nicht ungewöhnlich.”

Die Frage, warum die Interessenten Vivion kontaktiert hätten, beantwortete die Firma nicht. Aggregate lehnte einen Kommentar ab.

Aggregate zahlte etwa die Hälfte des Gesamtkaufpreises in Form von Anleihen, die mit dem Projekt besichert sind. Die Firma soll um Aufschub einer 50-Millionen-Euro-Rate ersucht haben, die Ende Oktober an Vivion fällig war, leistete die Zahlung jedoch, als Vivion die Stundung ablehnte, so eine der Personen. Vivion kann die Fürst-Zweckgesellschaft pfänden, wenn Aggregate verbleibende Zahlungen nicht leistet.

Aggregate steht seit dem Absturz der Adler-Aktie um mehr als 60% in diesem Jahr massiv unter Druck. Ein 2025 fälliger 600-Millionen-Euro-Bond von Aggregate handelt derzeit nur noch bei etwa 65% des Nennwerts. Die Firma war gezwungen, einen Margenkredit, der durch die Adler-Beteiligung gesichert war, durch ein Darlehen des Rivalen Vonovia SE zu refinanzieren. In diesem Zusammenhang erlangte Vonovia das Recht zum Kauf der Hälfte dieser Beteiligung.

Das Fürst-Projekt wird eine Fläche von etwa 183.000 Quadratmetern umfassen, von denen etwa 60% Büroflächen sein sollen. Der Rest ist für Geschäfte, ein Hotel und Freizeiteinrichtungen vorgesehen. Etwa 50 Millionen Euro an Mieteinnahmen werden erwartet, was dem Objekt laut Aggregate nach Fertigstellung einen Wert von etwa 2,5 Milliarden Euro geben wird. Die ersten Bauphasen sind abgeschlossen, der Rest soll bis Ende 2023 fertiggestellt sein.

Überschrift des Artikels im Original:Investors Circle Giant Berlin Project Owned By Adler’s Backer

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