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Investieren in Krypto: Obwohl der Markt gerade zusammenbricht, habe ich diesen Coin jetzt nach gekauft

Margarethe Honisch, die Autorin.
Margarethe Honisch, die Autorin.

Platzt die Krypto-Blase nun endgültig? Die vergangene Woche sah es alles andere als gut aus für Krypto-Investoren. Der Bitcoin fiel unter die psychologische Grenze von 30.000 US-Dollar und das Projekt Terra Luna sorgte für die größte Geldvernichtung am Markt: Innerhalb einer Woche sank der Coin von über 80 Euro auf 11 Cent. Die Hoffnungen und Träume vieler Anleger und Anlegerinnen lösten sich binnen kürzester Zeit in Luft auf.

Keine Rendite ohne Risiko

Mich erinnert die aktuelle Situation an den Zustand Anfang 2018. Damals hatte ich im August 2017 einen Bitcoin für gerade einmal 3200 Euro gekauft. Daneben habe ich noch kleinere Summen in Ethereum, Monero, IOTA sowie Ripple investiert. Ich bin damals mit dem Mindset reingegangen, dass dies wirklich mein Spielgeld ist. Ich wusste genau, dass das Risiko groß ist und ich auch alles verlieren kann.

Doch meine Risikoneigung wurde belohnt: Im Dezember lag ich in Vietnam am Strand und konnte stündlich beobachten, wie mein Vermögen wuchs. Allein Bitcoin ist in der Zeit auf fast 17.000 Euro gestiegen. Auch die anderen Coins, die ich hielt, entwickelten sich unglaublich gut. Monero hatte ich bei einem Wert von 35 Euro gekauft. Dieser Wert hatte sich fast verzehnfacht. Doch ab da ging es nur noch abwärts. Das ganze Jahr 2018 wusste niemand, wie es mit Krypto weitergehen würde. Im Dezember 2018 lag der Preis für einen Bitcoin sogar bei nur noch 2800 Euro.

Der große Crash oder die große Chance?

Der Crash, den wir jetzt erleben, ist ein ganz anderer: Wir befinden uns gesamtwirtschaftlich in sehr unruhigen Zeiten. Zudem gibt es fast täglich Neuigkeiten über mögliche Gesetzesänderungen, die mal positiv, mal negativ für die Krypto-Branche sind. Die Abwärtsspirale kam jedoch durch einen Stablecoin zustande. Ein Stablecoin ist eine Kryptowährung, die an den Wert einer realen Währung gekoppelt ist. Ähnlich wie früher der Dollar an Gold. Der Stablecoin UST war nun an den Dollar gekoppelt und sollte dafür sorgen, dass der Coin stabil im Wert bleibt. Als der Stablecoin jüngst bei 16 Cent lag, war klar, dass die Rechnung nicht aufgegangen und das gesamte Projekt gescheitert ist.

Solche Ereignisse führen vor allem in einem unsicheren Marktumfeld zu Massenpanik und es kam schließlich zum Crash, wie wir es Mitte Mai beobachten konnten.

Nun liest man wieder in den Medien von all den Menschen, die ihr gesamtes Vermögen verloren haben. Dabei vergessen viele, dass natürlich – oder insbesondere – bei Kryptowährungen die gleichen Regeln gelten, wie bei Aktien: Diversifiziere und streue dein Geld auf verschiedene Assets. Wer sein gesamtes Geld in nur eine einzige Aktie oder eine einzige Währung investiert, kann genauso gut ins Casino gehen. Insbesondere dann, wenn es sich um Altcoins handelt. Außerdem sollte man niemals sein ganzes Geld nur in Kryptowährungen stecken.

Kryptowährungen per Kauforder kaufen

Was habe ich also getan, als der Kurs einbrach? Ich nutzte die Chance und kaufte nach. Ich hatte bereits seit ein paar Monaten vor, meine Position in Ethereum auszubauen. Als die Kurse einbrachen, stellte ich eine Kauforder ein. Solch eine Order greift, sobald der Kurs einen bestimmten Preis erreicht oder ihn unterschreitet.

Solche Orders sind auch an der Börse bekannt. Ich habe eine Limit-Order aufgesetzt, in dem ich festgelegt habe, zu welchem Preis ich den Coin kaufen möchte. In meinem Fall waren das 2100 Euro. Wichtig dabei ist, dass natürlich auch genügend Geld auf dem Exchange hinterlegt ist. Fällt der Kurs auf den Wert, den ich eingegeben habe, wird die Order automatisch ausgelöst und ich habe den Coin günstiger gekauft.

Juliane Kutzke von Taxfix mit ihrem Hund.
Juliane Kutzke von Taxfix mit ihrem Hund.

Einen Fehler habe ich dabei trotzdem gemacht: Eigentlich wollte ich meine Limit-Order noch weiter nach unten korrigieren, da ich von einem noch günstigeren Kurs ausgegangen bin. Letztendlich habe ich das am Abend vergessen und so wurde in der Nacht meine Kauforder ausgelöst. Denn hier ist der Unterschied zum Börsenhandel: Kryptowährungen können jederzeit gehandelt werden.

War mein Kauf die richtige Entscheidung?

Für mich stand ein erneuter Kauf, um meine Positionen auszuweiten, schon lange auf dem Plan. Ich werde den Markt jetzt weiterhin beobachten und sollte es einen erneuten Kurseinbruch oder gar Crash geben, diesen auch für mich nutzen. Aber ganz wichtig: Nur mit Geld, auf das ich verzichten kann und dessen Einsatz mich nicht finanziell ruiniert.

Ob ich damit einen guten Kauf getätigt habe, oder nicht, wird sich in Zukunft zeigen. Bereits kurz nach meinem Kauf verlor der Coin weiterhin an Wert. Das ist zwar ärgerlich, aber ich bin daran interessiert, langfristig zu investieren. Auch in der Theorie findet man dazu gegensätzliche Aussagen: Die einen sagen „Greife nichts ins fallende Messer“, die anderen sagen „Buy the dip“. Ob man nun einen Dip, also Kurseinbruch klug für sich genutzt hat, oder ins fallende Messer gegriffen hat und nun stärkere Verluste erleiden wird, wird nur eins zutage fördern: die Zukunft.

Ganz wichtig zum Schluss: Dies ist keine Anlageempfehlung oder Beratung. Kryptowährungen sind hochriskant und höchst volatil. Im schlimmsten Fall könnt ihr hier euren gesamten Einsatz verlieren! Recherchiert immer selbst und hört niemals blind auf andere Meinungen oder Empfehlungen.

Margarethe Honisch ist Finanzbloggerin und Buchautorin. Auf ihrer Website Fortunalista und ihrem gleichnamigen Instagram-Account gibt sie Tipps rund um Altersvorsorge und Geldanlage. Für Business Insider schreibt sie die Kolumne „Aus Geld mehr machen“.

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