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Interner Finanzplan des Bundes: 393.153 Euro für den Erhalt und den Ausbau eines einzigen Kilometers Autobahn

Wie viel Geld wird eigentlich für marode Straßen ausgegeben? - Copyright: picture alliance / Jochen Tack | Jochen Tack
Wie viel Geld wird eigentlich für marode Straßen ausgegeben? - Copyright: picture alliance / Jochen Tack | Jochen Tack

Es ist seit je her ein Ärgernis für Autofahrer: Gerade im Sommer wird auf Autobahnen und Bundesstraßen gebaut. Die Baustellen sorgen im Ferienverkehr noch für zusätzliche Staus. Doch Fakt ist auch: Deutschlands Fernstraßen (rund 13.000 Kilometer Bundesautobahnen und 40.000 Kilometer Bundesstraßen) sind vielerorts marode, der Aus- und Neubau daher dringend nötig.

Doch dabei gibt der Bund erstaunlich viel Geld pro Kilometer aus, zeigt ein internes Regierungsdokument von Juni 2022, das Business Insider vorliegt.

Fast 400.000 Euro Investitionskosten pro Kilometer Autobahn

Demnach will der Bund allein dieses Jahr 3,2 Milliarden Euro für den Erhalt der Autobahnen ausgeben. Für den Neu- und Ausbau sind etwa 1,8 Milliarden eingeplant. Der Rest, rund 2,4 Milliarden, sind für Verwaltungskosten, die bei der bundeseigenen Autobahn GmbH anfallen, vorgesehen. Diese werden im Papier als "Nicht-Investitionen" bezeichnet.

Pro Kilometer gibt die Bundesregierung also 390.153 Euro für den Erhalt sowie den Aus-und Neubau von Autobahnen aus und 184.307 Euro für Verwaltungskosten.

Im nächsten Jahr plant der Bund rund 3,3 Milliarden für den Erhalt sowie 1,8 Milliarden für den Neubau und die Erweiterung von Straßen. Die Verwaltungskosten sollen sich auf rund 2,4 Milliarden belaufen. Damit steigen die Ausgaben für Investitionen in die Straße leicht, während die Ausgaben für die Verwaltung stärker wachsen.

Rund 60.000 Euro Investitionskosten pro Kilometer Bundesstraße

Für den Erhalt von Bundesstraßen will der Bund dieses Jahr 1,3 Milliarden Euro ausgeben, für den Aus- und Neubau etwas mehr als eine Milliarde. Die Verwaltungskosten belaufen sich auf 654 Millionen Euro.

Das bedeutet auch hier hohe Ausgaben pro Kilometer Fernstraße: 59.250 Euro für den Erhalt und den Aus- und Neubau eines Kilometers Bundesstraße sowie 16.350 Euro für die Verwaltung. Auch hier wachsen die Ausgaben für Investitionen in die Straße im kommenden Jahr nur leicht an, während die Verwaltungskosten stärker ansteigen.

Ab 2024 verändern sich die Zahlen für Autobahnen und Bundesstraßen. So gehen die jährlichen Verwaltungsausgaben bei den Autobahnen im Vergleich zu diesem und nächsten Jahr von 2024 bis 2026 deutlich zurück (1,5 Mrd. Euro pro Jahr), während die Investitionen für den Erhalt nahezu konstant bei 3,3 Milliarden Euro bleiben. Die geplanten Ausgaben für den Neubau gehen leicht zurück auf rund 1,5 bis 1,7 Milliarden Euro.