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Interner Bundeswehr-Bericht: 13.000 Schuss Munition und 62 Kilogramm Sprengstoff bleiben beim KSK verschwunden

·Lesedauer: 2 Min.
Mitglieder der Unterstützungskräfte des Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr tragen eine Munitionskiste aus einem Munitionslager am KSK-Standort.
Mitglieder der Unterstützungskräfte des Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr tragen eine Munitionskiste aus einem Munitionslager am KSK-Standort.

13.000 Schuss Munition und 62 Kilogramm Sprengmittel des Kommando Spezialkräfte (KSK) sind nicht mehr auffindbar. Zu diesem Ergebnis kommt die "Task Force Munition" des Kommandos Heer der Bundeswehr in einem internen Abschlussbericht, der Business Insider vorliegt.

Die Task Force hatte im vergangenen Jahr den Auftrag bekommen, die Munitionsbestände des KSK zu untersuchen. Zuvor war bekannt geworden, dass bis zu 50.000 Schuss Munition bei der Eliteeinheit der Bundeswehr verschwunden waren. Die Führungsebene des KSK bot Soldaten später an, entwendete oder vergessene Munition ohne Strafe zurückgeben zu können — ein Schritt, der für heftige Kritik sorgte. Weiter gab es Berichte über mehrere rechtsextreme Vorfälle im KSK, die schließlich zu einer Grundsatzreform der Eliteeinheit führten.

Im Zuge dieser wurde auch die Task Force Munition des Kommandos Heer mit der Überprüfung des KSK beauftragt. Im Abschlussbericht der Ermittler heißt es nun, dass von insgesamt circa 48.000 verschwundenen Munitionsartikeln 35.000 ausfindig gemacht werden konnten. Aber: "Die verbleibende Restmenge von circa 13.000 Munitionsartikeln und circa 62 kg Sprengmitteln im Unterbestand ist nicht mehr mit Sicherheit aufzuklären." Bedeutet: Eine große Menge an scharfer, für den Einsatz des KSK bestimmter Munition sowie Sprengstoff ist und bleibt verschwunden.

"Bewusste, kriminelle Unterschlagung" von Munition beim KSK nicht ausgeschlossen

Die Ermittler der Task Force vermuten zwar, dass sich das zumindest bei den 13.000 Schuss nicht aufzufindender Munition durch einen Zählfehler oder eine fehlerhafte Bestandskorrektur in den Jahren 2018 und 2019 erklären könnte. Eine "bewusste, kriminelle Unterschlagung" der Munition und des Sprengstoffs könne jedoch nicht mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden.

Insgesamt hat die Task Force Munition des Kommandos Heer laut eigenen Angaben 1,2 Millionen Munitionsartikel im Bestand des Kommandos Spezialkräfte überprüft. Dabei sei offensichtlich geworden, dass die Regeln und Verfahren der Bundeswehr zum ordnungsgemäßen Umgang mit Munition im Grundbetrieb sowie bei Übungen oder Einsätzen im Ausland ausreichend seien.

Die Vorgaben hätten jedoch durch Befehle und Weisungen im KSK entsprechend umgesetzt und überwacht werden müssen. "Dies war in der Vergangenheit im KSK durchgehend nicht der Fall", heißt es im Bericht — womöglich auch aus Personalmangel. Der nicht vorschriftsgemäße Umgang mit Munition beim Kommando Spezialkräfte könnte zudem personelle Konsequenzen nach sich ziehen. "Der Abschluss der disziplinaren Ermittlungen und laufenden Disziplinarverfahren ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht abzusehen", heißt es im Task-Force-Bericht. "Diese werden weiterhin mit Nachdruck verfolgt."

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