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Insolvenzverwalter rechnet mit langer Suche nach Volkswerft-Investor

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Stralsund (dapd). Die Suche nach einem neuen Eigentümer für die zur insolventen P+S Werften-Gruppe gehörende Volkswerft Stralsund wird nach Einschätzung von Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann noch mehrere Monate dauern. "Wir hoffen, dass wir im Laufe dieses Jahres einen neuen Investor (Other OTC: IVSBF - Nachrichten) gewinnen können", sagte er am Donnerstag in Stralsund. Wichtig sei, dass kommende Woche nach elfmonatiger Pause die Produktion wieder angefahren werde.

Nach der Unterzeichnung eines Vertrags mit der dänischen Reederei DFDS werden ab Montag auf der Volkswerft etwa 500 der ursprünglich 1.200 Mitarbeiter den Bau von zwei noch nicht fertiggestellten, 195 Meter langen Ro-Ro-Frachtern fortsetzen. Für die Fertigstellung durch die neugegründete Stralsunder Schiffbaugesellschaft hatte das Land einen Massekredit über 43,5 Millionen Euro bewilligt. Bislang steht noch die Zustimmung des dänischen Verteidigungsministeriums aus. Brinkmann sagte, man werde sich künftig auch um neue Schiffbauaufträge bewerben, die dann von einem neuen Eigentümer übernommen werden müssten.

Zuvor hatte Brinkmann auf der ersten Gläubigerversammlung etwa 100 anwesende Gläubiger über die Lage des Unternehmens informiert. Demnach hatten etwa 2.300 Gläubiger Forderungen in Höhe von 988 Millionen Euro angemeldet. Davon seien bislang 530 Millionen Euro als Ausfallverbindlichkeiten anerkannt worden, sagte Brinkmann. Es gebe in dem Verfahren mehrere Doppelforderungen zum Beispiel von Reedereien und Bürgschaftsgebern. Weitere Forderungen würden noch geprüft.

"Wir gehen davon aus, dass am Ende etwa 700 Millionen Euro Forderungen anerkannt werden", sagte Brinkmann. Gläubiger müssten in dem Verfahren mindestens fünf Jahre auf ihre Anteilszahlungen warten. Die zu erwartende Auszahlquote schätzte er auf etwa 1,5 Prozent.

Für zwei ebenfalls noch nicht fertiggestellte Ostseefähren zeichnet sich weiterhin keine Lösung ab. Werftleiter Axel Schulz sagte, nach der Kündigung durch den Auftraggeber Scandlines führe würden inzwischen Verhandlungen mit mehreren "namhaften Reedereien weltweit, aber auch aus dem Nord- und Ostseebereich" geführt. Erste Angebote sollen sich auf mehr als das Doppelte der zuletzt von Scandlines gebotenen Kaufsumme belaufen.

In der bereits im Dezember verkauften Peene-Werft Wolgast stellten sich am Donnerstag Spitzenvertreter der Bremer Lürssen-Gruppe der Belegschaft vor. Das Unternehmen soll laut Kaufvertrag zum 1. Mai die ehemalige Militärwerft übernehmen. Dafür fehlt derzeit noch die Zustimmung durch das Bundeskartellamt.

Peene-Werft-Betriebsrat Carsten Frick sagte, die Mannschaft sei hochmotiviert und schaue optimistisch in die Zukunft. Inzwischen seien wieder etwa 400 der einst 500 Werftmitarbeiter in Arbeit.

dapd

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