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Insolvenz: Gerch will alle Projekte fortführen

Arne Dedert/dpa

Düsseldorf (dpa) - Der zahlungsunfähige Immobilienentwickler Gerch hofft, im Zuge des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung seine milliardenschwere Projektpipeline retten zu können. «Wir sind überzeugt, mit ein bisschen Besonnenheit aller Projektbeteiligten lässt sich ein Großteil der Projekte - vielleicht auch alle - gut zu Ende führen», sagte Vorstandschef Mathias Düsterdick am Mittwoch in Düsseldorf.

Der auf Büroimmobilien und Quartiersentwicklung spezialisierte Projektentwickler hatte in der vergangenen Woche einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Gerch hat nach eigenen Angaben neun Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund vier Milliarden Euro in seinem Portfolio. Dazu gehören großflächige Quartiersentwicklungen wie das INquartier in Ingolstadt, aber auch innerstädtische Immobilien wie das Laurenz Carré an der Kölner Domplatte und das Hochhausprojekt Praesidium in Frankfurt.

Die Insolvenz betrifft bisher nicht die Projektgesellschaften, sondern nur die vier Dach-Gesellschaften der Unternehmensgruppe. Beim Laurenz-Carrè in Köln sind die Bauarbeiten Düsterdick zufolge mittlerweile dennoch gestoppt. Bei anderen Projekten wie der Umnutzung der ehemaligen Quelle-Zentrale The Q in Nürnberg gingen die Arbeiten dagegen weiter, hieß es.

Bei den großen Quartiersentwicklungen in Ingolstadt und Augsburg sei die Situation eine andere, sagte Düsterdick. Hier sei man noch dabei, Baurecht zu schaffen, und es stünden noch keine Baumaßnahmen an. Dennoch gebe es auch bei diesen Projekten Herausforderungen. «Auch hier müssen wir sicher mit den Projektbeteiligten und den Finanzierern sprechen, um zu gucken, wie stellt man für die kommenden Monate, für die kommenden Jahre die Liquidität sicher?»

Auslöser für die Krise bei Gerch seien die durch die hohe Inflation und die steigenden Zinsen ausgelösten Verwerfungen auf dem Immobilienmarkt gewesen, sagte Düsterdick. «Es wollte keiner mehr kaufen. Der Investmentmarkt ist quasi tot.» Als dann noch die erwartete Zahlung eines Investors in Höhe von mehr als 100 Millionen Euro ausgeblieben sei, habe dies einen Dominoeffekt ausgelöst, der am Ende zum Insolvenzantrag geführt habe.