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Insel Cézembre: 1944 Bombenhagel, heute Ausflugsziel

Auf den ersten Blick ist alles friedlich. Die französische Insel Cézembre im Ärmelkanal aber hat eine bewegte Vergangenheit. 2018 wurde nach jahrzehntelanger Sperrung der Insel ein Rundweg für die Öffentlichkeit eingeweiht, 74 Jahre vorher tobte hier eine Weltkriegsschlacht.

„Dass dahinter so eine Geschichte steckt, haben wir nicht erwartet“

„Es stimmt, dass wir das nicht erwartet haben. Wir haben uns nicht informiert, bevor wir auf die Insel kamen. Wir haben zuerst gesagt: Was für einen schönen Strand es hier gibt. Dass dahinter so eine Geschichte steckt, haben wir nicht erwartet“, sagt ein Besucher.

Und eine Frau meint: „Es ist ein Gegensatz. Als ich herkam, habe ich mir gesagt: Das Wasser ist zauberhaft, der Sand ist so weiß und fein. Und hinter all dem steckt diese Vergangenheit. Man kann sich vorstellen, wie viel Schaden das angerichtet hat."

Die Insel liegt vor der Stadt Saint Malo, im Rahmen der Errichtung der deutschen Verteidigungslinien wurde Cézembre Anfang der 40er Jahre mit Geschützstellungen und Bunkeranlagen befestigt.

„Nachdem Saint Malo befreit war, haben die Briten und Amerikaner Cézembre bombardiert: Vom Land, aus der Luft und von Kriegsschiffen aus. Man sagt, dass es je Quadratkilometer der stärkste Beschuss aller Einsätze im Zweiten Weltkrieg war“, so Philippe Delacotte, der Geschichte der Insel in einem Buch aufgearbeitet hat.

4000 bis 5000 Bomben fielen auf Cézembre

Zwischen 4000 und 5000 Bomben fielen im August 1944 auf Cézembre. Im deutschen Atlantikwall hatte die vor der Hafenstadt Saint Malo gelegene Insel strategische Bedeutung. Nach rund zweiwöchigem Beschuss ergaben sich die rund 350 deutschen Soldaten. Nach wie vor sind nicht alle Kampfmittel geräumt.