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Influencer Paul Ripke stolpert über fragwürdige Tinder-Kampagne

Hat knapp 850.000 Follower auf Instagram: Fotograf, Podcaster und Influencer Paul Ripke. - Copyright: Andreas Rentz / Staff
Hat knapp 850.000 Follower auf Instagram: Fotograf, Podcaster und Influencer Paul Ripke. - Copyright: Andreas Rentz / Staff

Reich, sagte Paul Ripke einmal im Gespräch mit Gründerszene, werde man durch Alternativen. „Indem man nicht einfach Auftrag A bearbeitet, sondern auch schaut, was B und C sein könnten.“ Was D sein könnte, das wird Ripke in den kommenden Wochen wohl verstärkt beschäftigen. Denn nach massiver Kritik hat der Influencer und Multiunternehmer eine seiner vielfältigen Geschäftsbeziehungen nun beendet. Es geht um Weight Watchers, das berühmte Abnehmunternehmen aus den USA.

Wie der Spiegel berichtet, hatte Weight Watchers versucht, über die Dating-App Tinder neue Kundinnen zu gewinnen. Dafür legte das Unternehmen offenbar ein Profil für Ripke an, mitsamt einladender Selbstbeschreibung. Darin bezeichnete sich Paul Ripke als „angehender Meisterkoch“, der „Bock auf Abwechslung … in der Küche natürlich!“ habe und für den sich auch Sportaktivitäten „ganz wundervoll“ anfühlten. „Hast du auch Lust auf gesunde Gewohnheiten? Dann lass uns mal zusammen kochen!“, hieß es in dem Profil an interessierte Besucherinnen gerichtet.

„Das ist so eine Frechheit“

Wer nun in der Hoffnung auf ein Date mit dem Influencer in der Tinder-App nach rechts wischte, wurde jedoch enttäuscht. Statt einem ernstgemeinten Match erhielten Nutzende lediglich eine Nachricht mit einem Link zur Homepage von Weight Watchers. „Melde dich jetzt bei Weight Watchers an und komm auf den Geschmack neuer Gewohnheiten. Jetzt anmelden!“, hieß es dort unter anderem.

Die Masche blieb nicht lange unbemerkt. Auf Instagram berichtete die Künstlerin Kim Hoss (43.000 Follower) zuerst über die Kampagne. Sie veröffentlichte mehrere Screenshots, die zeigen, wie sich einige ihrer Followerinnen, die zuvor offenbar mit Ripke gematcht hatten, über die Kampagne aufregten.

„Das ist so eine heftige übergriffige Art Werbung zu machen, ich kotze …“, schrieb ihr beispielsweise eine Followerin, die sich selbst als dick bezeichnete. „Das ist so eine Frechheit“, ärgerte sich eine andere. Zwar hatte Weight Watchers die Profilfotos von Ripke mit einem kleinen Logo des Unternehmens versehen und in den Nachrichten war auch eine Art Transparenzhinweis („Du und Weight Watchers hatten ein Match“) zu sehen. Nutzerinnen ging das offensichtlich aber nicht weit genug.

Ripke gab Werbekampagne frei

Am vergangenen Wochenende entschuldigte sich Paul Ripke für die Kampagne. Er habe die Idee für die Werbung vor circa zwei Monaten freigegeben, schrieb er auf Instagram. Allerdings seien – anders als vereinbart – ein falsches Foto und auch ein anderer Text verwendet worden. Auf sein Bitten habe Weight Watchers die Kampagne inzwischen gestoppt. Er habe aus dem Vorgang gelernt und werde seine Zusammenarbeit mit dem Unternehmen zum 1. Januar 2023 beenden, so Ripke weiter. Gegenüber dem Spiegel übernahm Weight Watchers die Verantwortung für den Fauxpas. Man habe man es versäumt, Paul Ripke „das final ausgestaltete Werbemittel vorzulegen“, sagte eine Sprecherin. Es sei eine „grobe Fehleinschätzung“ gewesen, dieses neue Werbeformat auf „einem neuen Kanal“ auszuprobieren.