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Inflationssorgen, kaum Wachstum und Zinswende: Warum ich trotzdem keine einzige Aktie verkaufe

·Lesedauer: 3 Min.
Friedrich & Weik Wertefonds: Chrashpropheten im Test
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2021 war (mal wieder) ein gutes Jahr für die meisten Aktien- und ETF-Anleger. Das weltweite Aktienbarometer MSCI All Country World erzielte eine Gesamtrendite aus Kursgewinnen und Dividenden von etwa 28 %.

Also heile Welt am Aktienmarkt? Mitnichten. Stattdessen befinden sich die Bewertungen vieler Aktienindizes auf erhöhten Niveaus, obwohl in der Finanzpresse täglich von Inflation, stagnierender Wirtschaft und Zinswende zu lesen ist.

Viele Risikofaktoren am Horizont

Schauen wir uns die drei oben genannten Schreckgespenster mal genauer an. Was könnte das alles für Aktien bedeuten?

Die Inflation ist eigentlich schon kein Schreckgespenst mehr, sondern schon lange bei uns. Gerade erst meldete das Statistische Bundesamt einen Anstieg der Verbraucherpreise um 5,3 % gegenüber dem Vorjahr. Die Geldentwertung fiel einmal mehr stärker als erwartet aus. Mittlerweile rücken auch die Zentralbanker zunehmend von ihrer Überzeugung ab, die Inflation werde nur vorübergehend sein.

Die Deglobalisierung (das Gegenteil von „ich spare Kosten, indem ich die Produktion ins Ausland verlagere“), der Umstieg auf klimafreundliche Technologien und steigende Gehälter durch den zunehmenden Arbeitskräftemangel sind mittel- oder langfristige Treiber, die sich nicht verneinen lassen. Gleichzeitig kann sich die Europäische Zentralbank keine inflationsbremsenden Zinserhöhungen erlauben, da einige Euroländer unter ihren Schulden zerbrechen würden.

Auch steigende Zinsen und schwächelndes Wachstum belasten Aktien

Ein Szenario, in dem die Zentralbanken die Zinsen anheben, wäre derweil sogar noch schlechter für Aktien als ein Inflationsszenario.

Die US-Notenbank bereitet sich auf mehrere Zinsanhebungen im laufenden Jahr vor und hat damit schon manchen Anleger verschreckt. Denn wenn die Zinsen steigen, werden die erwarteten zukünftigen Unternehmensgewinne stärker auf heute abgezinst, was den gegenwärtigen Wert der Unternehmen fallen lässt – die Aktienkurse sinken.

Besser sähe es für Aktien aus, wenn gleichzeitig wenigstens die Wirtschaft stark wachsen würde. Doch der zarte Aufschwung, der momentan ohnehin von den vielen Lieferproblemen ausgebremst wird, könnte durch Zinserhöhungen weiteren Schaden nehmen. Schon jetzt erwarten Ökonomen für das Winterhalbjahr kaum Wirtschaftswachstum in Deutschland.

Was Aktien- und ETF-Investoren in diesem Chaos tun sollten

Das sind ganz schön viele Informationen. Wie sollen sich langfristige Anleger von Aktien und ETFs in diesem Kauderwelsch an Finanzdeutsch noch zurechtfinden?

Vielleicht hilft es dir, wenn ich dir sage, dass ich in meinem eigenen Depot keine einzige Anpassung vorgenommen habe. Ich investiere langfristig in Aktien von großartigen Unternehmen. Nicht, weil ich denke, dass sie von irgendeiner Inflationsrate oder von einem bestimmten Zinssatz besonders profitieren. Sondern weil ich der Überzeugung bin, dass die Unternehmen langfristige Wettbewerbsvorteile besitzen und von nachhaltigen Entwicklungen profitieren, sodass ihr Wert über lange Sicht steigen sollte.

Wer eine funktionierende Strategie hat, sollte diese aus meiner Sicht nicht ändern, bloß weil sich Probleme am Horizont abzeichnen. In vielen Fällen passiert hinterher nichts. Und selbst im schlimmsten Fall der Fälle gilt: Bislang kam der Aktienmarkt nach jeder Krise stärker zurück.

Der Artikel Inflationssorgen, kaum Wachstum und Zinswende: Warum ich trotzdem keine einzige Aktie verkaufe ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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