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Inflationsrate in der Euro-Zone fällt im November überraschend deutlich auf 10,0 Prozent

Euro-Skulptur in Frankfurt am Main - Copyright: Picture Alliance
Euro-Skulptur in Frankfurt am Main - Copyright: Picture Alliance

Die Inflationsraten sind in Europa auf hohem Niveau überraschend deutlich gefallen. In der Euro-Zone lagen die Verbraucherpreise im November um 10,0 Prozent höher als vor einem Jahr, teilte das Statistikamt Eurostat in einer ersten Schätzung mit. Im Oktober hatte die Teuerung noch 10,6 Prozent betragen. Volkswirte hatten im Mittel mit einer Inflationsrate von 10,4 Prozent gerechnet.

Europa erlebt derzeit die heftigste Teuerungswelle seit der Einführung des Euros. Im Oktober war die Inflationsrate erstmals zweistellig. Die Gemeinschaftswährung war 1999 als Buchgeld und 2002 als Bargeld eingeführt worden. Ein Versprechen war, dass die neue Währung stabil sein werde. Die Europäische Zentralbank strebt dafür eine Inflationsrate von 2,0 Prozent an.

Preistreiber war im November erneut Energie mit plus 34,9 Prozent. Hier hat sich die Dynamik aber leicht abgeschwächt. Im Oktober hatten die Energiepreise noch um 41,5 Prozent über dem Vorjahr gelegen. Nahrungsmittel waren im November um 13,6 Prozent teurer als vor einem Jahr.

Die wichtige Kernrate der Inflation, bei der die stark schwankungsanfälligen Preise für Energie und Lebensmittel nicht berücksichtigt werden, blieb stabil bei 5,0 Prozent. Die Kernrate zeigt, wie stark sich die Teuerung ausgehend von dem Energiepreisschock in die gesamte Wirtschaft ausgebreitet hat.

Die höchsten Inflationsraten im Währungsraum wiesen mit mehr als 20 Prozent erneut die drei baltischen Staaten auf. Am niedrigsten ist die Inflation in Spanien mit 6,6 Prozent und Frankreich mit 7,1 Prozent. In Deutschland betrug die nach europäischen Standards berechnete Inflationsrate 11,3 Prozent. Deutschland liegt damit im Euro-Raum etwa im Mittelfeld.

Das deutsche Statistische Bundesamt weist für Deutschland eine Inflationsrate von 10,0 Prozent aus. Europaweit wird die Inflation nach dem Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) berechnet. Der Warenkorb unterscheidet sich etwas von der Berechnung des Statistischen Bundesamtes.

Im Kampf gegen die hohe Inflation hat die Europäische Zentralbank seit Juli bereits dreimal die Zinsen erhöht. Zuletzt erhöhte die EZB die beiden wichtigsten Leitzinsen am 27. Oktober um 0,75 Prozentpunkte. Der Zinssatz, zu dem sich Banken bei der EZB kurzfristig Geld leihen können, liegt nun bei 2,0 Prozent. Es gilt als wahrscheinlich, dass die EZB bei ihrer letzten Zinsentscheidung in diesem Jahr am 15. Dezember noch eine weitere Zinserhöhung folgen lassen wird.

Höhere Zinsen gelten als ein bewährtes Mittel im Kampf gegen die Inflation. Sie wirken aber erst mit Verzögerung auf die Preise, bremsen die ohnehin angeschlagene Konjunktur und bürden Schuldnern, auch hoch verschuldeten Staaten, zusätzliche Kosten auf.