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Inflation im September erreicht voraussichtlich 4,1 Prozent

·Lesedauer: 3 Min.

Die Verbraucherpreise in Deutschland haben den höchsten Stand seit 28 Jahren erreicht.

Inflation concept. Bag with a magnifying glass and an up arrow..
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Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte, erreicht die Inflation im September voraussichtlich 4,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Damit liegt die Teuerung auf dem höchsten Stand seit Dezember 1993 und überspringt auch erstmals seitdem die Vier-Prozent-Marke. Im direkten Vergleich zum Vormonat blieben die Verbraucherpreise demnach unverändert.

Angetrieben wird die Inflation vor allem durch die hohen Energiepreise: Sie kletterten im September um voraussichtlich 14,3 Prozent. Auch Nahrungsmittel wurden überdurchschnittlich teurer - nämlich um 4,9 Prozent.

Rohölpreis und Mehrwertsteuer-Sondereffekt Gründe für die Inflation

Im August hatte die jährliche Teuerungsrate bereits 3,9 Prozent betragen. Das Statistikamt begründete die hohe Inflation auch mit Basiseffekten durch niedrige Preise im Jahr 2020. Insbesondere die zeitweise Absenkung der Mehrwertsteuer und der Preisverfall bei Mineralölprodukten führte demnach zu den hohen Teurungsraten ab Mitte des Jahres 2021. Die Angaben des Statistischen Bundesamts für September sind eine erste Schätzung, endgültige Ergebnisse werden am 13. Oktober veröffentlicht.

Auch die Chefvolkswirtin der KfW, Fritzi Köhler-Geib, erklärte die hohe Inflationsrate mit Sondereffekten der Corona-Pandemie. "Der aktuelle Anstieg ist noch immer stark von der Erholung des Rohölpreises und dem Mehrwertsteuer-Sondereffekt bestimmt", erklärte Köhler-Geib. Insbesondere die Energiepreise stiegen zuletzt jedoch deutlich an. "Bei Kohle- und Erdgas zum Beispiel gibt es eine Verknappung und Lieferprobleme vonseiten Russlands und Norwegens."

Inflation erklärt: Diese Faktoren beeinflussen die Inflationsrate

Köhler-Geib rechnete deshalb mit anhaltend hohen Energiekosten, die die Inflationsrate in diesem Jahr "deutlich über drei Prozent halten" werden. Erst Mitte 2022 werde die Inflationsrate wieder unter zwei Prozent fallen. Ein weiterer Faktor sind laut Köhler-Geib die Lieferengpässe in der Industrie. Sollten diese weiter andauern, werden sich die erhöhten Produktionskosten auch in den Verbraucherpreisen niederschlagen, prognostizierte Köhler-Geib.

Laut Berechnungen des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung würde die Inflationsrate ohne Corona-Sondereffekte und die Auswirkungen der erhöhten Energiepreise bei nur etwa zwei Prozent liegen. Bei diesen handele es sich um temporäre Preiserhöhungen, auch die Lieferengpässe würden abgebaut.

"Wir rechnen damit, dass die Inflation bis zum Jahresende hoch bleiben wird", erklärte der wissenschaftliche Direktor des IMK, Sebastian Dullien. Bereits im Januar werde die Inflationsrate dann wieder deutlich fallen, im Jahresverlauf 2022 weiter zurückgehen und "Richtung Jahresmitte wieder zwei Prozent unterschreiten".

Inflationsrate wird bis Jahresende wohl nicht sinken

Der Konjunkturanalyst der DZ Bank, Christoph Swonke, rechnete bis Ende des Jahres mit Inflationsraten von über vier Prozent. Zwar beeinflusse der Sondereffekt der Mehrwertsteuersenkung ab dem kommenden Jahr die Berechnung der Inflationsraten nicht länger. "Deutlich niedrigere Inflationsraten sind aber erst mit einer Beruhigung der Preise wichtiger Energieträger zu erwarten", erklärte Swonke.

Der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Christian Dürr, forderte eine Rückkehr zu einer "soliden Haushaltspolitik". Die Inflation sei nicht nur das Ergebnis einer "expansiven Geldpolitik, sondern auch einer expansiven Haushaltspolitik in den letzten Jahren", erklärte Dürr. Neue Staatsschulden und höhere Steuern seien ein wichtiger Treiber der Inflation.

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