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Inflation durchkreuzt die 4-%-Regel: Was tun?

Älteres Paar beim Strandurlaub reich
Älteres Paar beim Strandurlaub reich

Inflation kann der Sammelbegriff für ein Durchkreuzen der 4-%-Regel sein. Im Endeffekt gibt es sogar mehrere Gründe, weshalb dieser Themenkomplex, zu dem ich einfach mal die allgemeine wirtschaftliche Krise und den Abverkauf zähle, die Investoren hart trifft.

Der Ruhestand hängt häufig mit solchen Konstrukten zusammen. Was passiert also, wenn die Mathematik nicht mehr so richtig stimmt und die Anleger improvisieren müssen? Vorsicht ist auch bei dieser Thematik das Gebot der Stunde. Blicken wir auf die Möglichkeiten, wie man die Inflation vielleicht ein bisschen austricksen möchte.

Inflation & die 4-%-Regel: Was also tun?

Es gibt generell mehrere Ansatzpunkte, wie die Inflation ein solches Konstrukt wie die 4-%-Regel erwischen kann. Die naheliegendste Variante ist natürlich, dass der Abverkauf außerplanmäßig passiert. Das heißt, man müsste einen größeren Anteil am Depot verkaufen, als man dies eigentlich vorgesehen hatte. Vor allem, wenn man Growth-Aktien für einen Teilverkauf nutzen müsste, würde man nach den letzten Wochen und Monaten einen größeren Anteil an seinem Depot veräußern müssen. Die Teuerung trifft hier derzeit schließlich sehr hart.

Der einfachste Weg, um das ausgleichen zu können, ist für mich einfach nicht zu verkaufen. Oder nur derart geringe Mengen, dass es nicht auffällt. Ich würde zu einem ungünstigen Zeitpunkt auf einen Verkauf verzichten und andere Sicherheitslösungen anzapfen. Das hieße jedoch, dass ich solche (wie ein Cashpuffer) zuvor aufgebaut habe. Im Zweifel kann es noch andere Kompensationsmöglichkeiten geben, eine Dividende anstatt eines Teilverkaufs, zum Beispiel. Damit bliebe zumindest die Substanz erhalten.

Aber die Inflation ist für die 4-%-Regel bei einem Abverkauf nicht das gleiche Problem. Theoretisch müsste man in Zeiten einer höheren Teuerung schließlich mehr verkaufen, um den Kaufkraftverlust noch auszugleichen. Das würde ebenfalls dazu führen, dass der relative Anteil des Gesamtdepots noch mehr geschröpft werden müsste. Ein Problem wäre auch das.

Die Lösung für das Problem bei der Inflation und der 4-%-Regel bleibt auch hier bestehen. Nicht zu verkaufen oder nicht in dem Stil und temporär zu verzichten ist die entscheidende Quintessenz. Doch kann das unmöglich das Allheilmittel sein.

Verzichten, andere Quellen, vorsorgen!

Inflation ist für den Ruhestand mit oder ohne 4-%-Regel ein Problem. Allerdings müssen wir einen gewissen Ausgleich erzielen. Entweder, indem wir verzichten, oder aber, indem wir smart vorsorgen. Cash ist jedenfalls ein guter Puffer für mich, den man gar nicht hoch genug bewerten kann. Aber auch allgemeine Flexibilität, was Einkommensquellen und Möglichkeiten für die Vorsorge angeht.

Foolishe Investoren sollten jedenfalls versuchen, keine zu hohe Entnahme anzustreben. Das kann die Nachhaltigkeit tangieren. Jetzt in gewisser Weise eine Ausnahme, wenn auch mit einer gewissen Regelmäßigkeit. Aber das bedeutet etwas Vorsicht und defensive Kalkulation.

Der Artikel Inflation durchkreuzt die 4-%-Regel: Was tun? ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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