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Industrie verärgert über fehlende Fortschritte beim Brexit

BRÜSSEL/BERLIN (dpa-AFX) - Die deutsche Industrie warnt angesichts der schleppenden Brexit-Verhandlungen vor einem "Desaster" für die Wirtschaft in der EU und in Großbritannien. "Die Verärgerung in den Unternehmen über den mangelnden Verhandlungsfortschritt wächst", teilte der Hauptgeschäftsführer des Industrieverbands BDI, Joachim Lang, am Freitag mit. Bewege sich London nicht in zentralen Fragen, müssten sich die Unternehmen auf einen harten Bruch einstellen. Es sei "unverantwortlich", die Möglichkeit einer Verlängerung der Übergangsphase vom Tisch zu wischen. "Ein Scheitern der Verhandlungen wäre ein Desaster für die Wirtschaft auf beiden Seiten des Kanals."

Zuvor hatte EU-Unterhändler Michel Barnier mitgeteilt, dass auch die wichtige vierte Verhandlungsrunde nach dem Brexit keinen Durchbruch für ein Abkommen der Europäischen Union mit Großbritannien gebracht habe. Er schlug eine weitere Runde Ende Juni vor. Verhandelt wird über ein Handels- und Partnerschaftsabkommen für die Zeit nach der Brexit-Übergangsphase Ende 2020. Großbritannien hat die EU verlassen, ist aber vorerst noch im EU-Binnenmarkt und in der Zollunion.