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Auch unser Immunsystem hat eine innere Uhr — und es ist Frühaufsteher

·Lesedauer: 2 Min.


Der frühe Vogel fängt den Wurm: So könnte man das auch über unser Immunsystem sagen. Denn laut einer neuen Studie, die jetzt im renommierten Fachmagazin "Nature" veröffentlicht wurde, wird unser Immunsystem von einer inneren Uhr gesteuert. Sie verändert sich je nach Tageszeit – und ist beim Menschen morgens am aktivsten.

Die Forscher der Ludwig-Maximilians-Universität München um Stephan Holtkamp führten im Rahmen der Studie sowohl Untersuchungen an Mäusen als auch an menschlichem Gewebe durch. Sie entnahmen dazu mehrmals täglich Proben, um die Aktivität des Immunsystems zu unterschiedlichen Zeiten des Tages zu prüfen. Aus früheren Studien ist bekannt, dass der Organismus als Ganzes eine innere Uhr hat, aber zum Beispiel auch einzelne Organe nach unterschiedlichen "Uhren" zu arbeiten scheinen. So stellen sich etwa bei einem Jetlag die Organe unterschiedlich schnell auf die neue Tages- und Nachtzeit ein.

Bei den Untersuchungen stellte sich heraus, dass ähnlich wie die Ausschüttung von Hormonen oder die Regulierung des Blutdrucks, die von der Tageszeit abhängig sind, auch das Immunsystem je nach Tageszeit anders agiert. Um die tatsächliche Existenz einer inneren Uhr belegen zu können eliminierten die Forscher externe Einflüsse wie Tageslicht – und hielten die Mäuse und Zellkulturen dauerhaft im Dunkeln.

Ohne innere Uhr bleibt Immunsystem konstant in weniger aktivem Zustand

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass besonders die Rezeptoren für die Erkennung potenzieller Krankheitserreger am aktivsten sind, wenn sich die Schlafphase dem Ende zuneigt. Bei Menschen ist das morgens – bei den nachtaktiven Mäusen wiederum erst zwölf Stunden später. Die sogenannten dendritischen Zellen bringen Informationen über potenzielle Krankheitserreger zu den Lymphknoten, damit dort Antikörper produziert werden können.

Als Kontrollgruppe dienten Mäuse, bei denen die Forscher die "Zelluhren" deaktivierten. Bei diesen Mäusen blieb in den Experimenten ein Aktivitätsaufschwung des Immunsystems tatsächlich aus. Stattdessen blieb es konstant in einem weniger aktiven Zustand.

„Da die Migration der dendritischen Zellen fundamental für die Bildung der adaptiven Immunreaktion ist, könnte es nutzbringend sein, dies auch bei Impfungen und Immuntherapien zu berücksichtigen“, schreiben die Forscher. Obwohl es noch keine konkreten Schlussfolgerungen darüber gibt, könnte die Studie künftig dabei helfen, die bestmöglichen Zeitpunkte etwa für bestimmte Impfungen oder Immuntherapien zu finden.

mwolf

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