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Dieser Immobilien-ETF ist der günstige Weg, um risikoreduziert Vermieter zu werden!

Florian Hainzl, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Aktien sind als Geldanlage in Deutschland nicht beliebt. Die Aktionärsquote beträgt nur 15,2 %. Dagegen sind laut Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen 60 % aller vermieteten Wohnungen hierzulande im Besitz von privaten Eigentümern.

Eine einzelne Immobilie zu vermieten stellt allerdings ein erhebliches Risiko und Aufwand dar. In der Regel benötigen Käufer Fremdkapital, dass mit den Mietzahlungen bedient wird. Sollten diese Zahlungen stocken, kann es schnell problematisch werden. Außerdem muss man sich auf erhöhte Arbeit durch Reparaturen, Abrechnungen und Mietersuche einstellen. Allen, die ich jetzt erfolgreich verschreckt habe, möchte ich als Alternative den iShares European Property Yield UCITS (WKN: A0HGV5) vorstellen.

Weshalb ist der ETF eine tolle Option?

Der ETF investiert in börsennotierte europäische Unternehmen, die in verschiedenen Formen in der Immobilienwirtschaft tätig sind. Der große Vorteil für Käufer ist, dass man sein Engagement jederzeit zu Geld machen kann. Bei einer eigenen Immobilie oder offenen Immobilienfonds dauert das wesentlich länger. Wie die Performance auf kurze und lange Sicht zeigt, ist es natürlich trotzdem ratsam, einen langen Atem mitzubringen.

Im vergangenen Jahr lag der ETF nämlich 16 % im Minus. Im Gegensatz hierzu steht das Papier bei Betrachtung von fünf Jahren knapp 10 % höher und in den letzten zehn Jahren ist es fast 110 % nach oben gegangen. Dabei profitiert man von niedrigen laufenden Kosten in Höhe von 0,4 % für den ETF.

Aktuell ist der ETF in 56 Positionen investiert. Geografisch stellt Deutschland mit einer Gewichtung von 45,5 % den mit Abstand größten Anteil. Die bedeutendsten Posten Vonovia (WKN: A1ML7J), Deutsche Wohnen (WKN: A0HN5C) und Leg Immobilien (WKN: LEG111) verdienen alle ihr Geld mit privaten Mietern.

Auswirkungen von Corona auf die Immobilienpreise

In Anbetracht der schlechten kurzfristigen Wertentwicklung im Zusammenhang mit der Depotzusammensetzung muss man den Eindruck gewinnen, dass es um den deutschen Immobilienmarkt schlecht bestellt ist. Und tatsächlich werden es Unternehmen, Selbstständige und Angestellte aus Branchen, die von der Pandemie betroffen sind, finanziell schwerer haben. Laut Immosolve könnten bis zu 23 % der Mieter Zahlungsprobleme bekommen. Aber wird das zu dauerhaft sinkenden Mieten und Immobilienpreisen führen?

Einige Bekannte, die aktuell zur Miete leben, hoffen auf fallende Preise im Umfeld von Corona, um sich den Traum vom Eigenheim zu erfüllen. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass sie nach dem jahrelangen Boom momentan die Einzigen sind. Die Eigentümerquote lag 2018 in Deutschland bei 46,5 %. In Europa leben gemäß Statista 69,3 % in Wohneigentum. Hieraus erwarte ich einen stützenden Effekt.

Denn gleichzeitig werden die Deutschen gerne als Sparweltmeister bezeichnet. Ende 2019 betrug der Bestand von Bargeld und kurzfristig verfügbaren Bankeinlagen der privaten Haushalte fast 2,6 Bio. Euro. Dieses Geld wird jeden Tag durch Negativzinsen weniger wert. Gleichzeitig pumpen die Notenbanken die Geldmengen immer weiter auf. In meinen Augen versuchen die Staaten alles, um eine Deflation zu verhindern. Langfristig werden sie an einer gewissen Inflation interessiert sein, um die billionenschweren Hilfspakete zu finanzieren. Die Bankguthaben würden in diesem Szenario deutlich an Wert verlieren, die Hauspreise hingegen steigen.

Ist jetzt der optimale Einstiegszeitpunkt?

Grundsätzlich finde ich die Einstiegspreise wesentlich spannender als vor der Coronapandemie. Trotz der kurzfristigen Unsicherheiten durch Mietausfälle und möglicherweise mittelfristig sinkenden Mieten, sehe ich bei den Immobilienpreisen noch erhebliches Potenzial. Die Mischung aus fehlendem Investitionsgrad, niedrigen Zinsen und Inflation könnte noch mal zu einem erheblichen Schub führen. Der ETF ist eine unkomplizierte Form, um von diesem Trend zu profitieren. Investoren, die sich stärker mit ihrem Investment beschäftigen möchten, sollten die Top-Positionen umso genauer analysieren.

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Florian Hainzl besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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