Deutsche Märkte geschlossen

Der Hexer arbeitet am Legenden-Status

Es lief die 58. Minute im WM-Gruppenspiel zwischen Mexiko und Polen. Torjäger Robert Lewandowski stand bereit und trat zum Strafstoß an. Die Führung für Polen schien nur noch Formsache zu sein, gilt Lewandowski doch als sehr sicherer Elfmeterschütze.

Polens Kapitän hatte die Rechnung jedoch ohne den Hexer zwischen den Pfosten gemacht. Guillermo Ochoa ahnte die anvisierte Ecke des Barca-Stürmers und parierte den Ball. (WM 2022: Elfer verschossen! Drama um Robert Lewandowski)

Nach dem Spiel war Mexikos Kapitän überglücklich. „Das Leben schenkt dir solche Momente. Es ist ein Kindheitsraum, bei der WM zu spielen und Geschichte zu schreiben“, sagte Ochoa, der nach der Partie zum Man of the Match gekürt wurde.

Und Ochoa schreibt auf der großen WM-Bühne regelmäßig Geschichte. Schon jetzt ist Mexikos Torwart wieder auf dem besten Weg, zu einem der Gesichter der diesjährigen WM zu werden. Die Fans im Netz reagierten begeistert auf Ochoas Glanztat gegen Lewandowski, mit der er Mexiko den wichtigen Punktgewinn sicherte. (DATEN: Gruppen und Tabellen der WM)

Auch DFB-Auswahl verzweifelte schon am Hexer

„Ochoa ist für die Weltmeisterschaft das, was Mariah Carey für Weihnachten ist“, schrieb ein Twitter-User und spielte damit auf Ochoas ganz spezielle WM-Form an.

„Er macht es schon wieder“, werden sich nämlich viele sagen und dabei vor allem an die WM-Endrunden 2014 und 2018 im Hinterkopf haben, bei denen Ochoa die Fans mit teils unglaublichen Paraden begeisterte. 2018 gewann der Mexikaner gar den silbernen Handschuh als zweitbester Keeper des Turniers.

Auch die deutsche Auswahl brachte Ochoa bei der 0:1-Auftaktpleite 2018 mit neun Paraden zum Verzweifeln. Im Gedächtnis blieb dabei besonders ein platzierter Freistoß von Toni Kroos, den Ochoa in überragender Manier noch an die Latte lenken konnte.

Mit seinen spektakulären Paraden und seinem sympathischen Auftreten wurde Ochoa damals im Handumdrehen zum Publikumsliebling.

Mexikos Hoffnungsträger bricht Elfmeter-Fluch

Für Mexikos Kapitän ist dieses Turnier bereits die fünfte WM. Allerdings ist der Routinier erst zum dritten Mal als Stammkeeper dabei. In diesem Jahr will er an seine Glanzleistungen von 2014 und 2018 anknüpfen und weiter an seinem Status als WM-Legende arbeiten.

Der Anfang ist gemacht: Es war der erste Elfmeter innerhalb der regulären Spielzeit seit der WM 1966, den ein mexikanischer Torhüter parieren konnte.

Wer, wenn nicht Ochoa hätte diesen Fluch beenden können! Dabei taucht der Hexer immer nur zu den großen Turnieren auf. (NEWS: Alles Wichtige zur WM)

Zwischen den Turnieren taucht Ochoa ab

Zwischen den WM-Endrunden fristet der Keeper ein vergleichsweise unscheinbares Fußballer-Dasein. Der 37-Jährige spielt nach vielen Jahren in Europa inzwischen seit 2019 wieder in seiner Heimat bei CF América. Auch in seiner Zeit in Europa blieb ihm der Sprung zu einem Top-Klub verwehrt. Ochoa stand unter anderem für den FC Granada und Standard Lüttich im Tor.

Auf der großen WM-Bühne blüht Ochoa aber jedes Mal auf. Für die Mexikaner ist deshalb klar: Ochoa ist ihre Nummer 1. Und auch ohne WM-Titel ist Mexikos Kapitän in seiner Heimat (und auch darüber hinaus) schon jetzt ein Held.