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"Zu viele Idioten": BVB reagiert auf Moukoko-Eklat

Patrick Berger
·Lesedauer: 2 Min.

Youssoufa Moukoko wird im Derby Opfer fieser Beleidigungen. Otto Addo, der als Talente-Trainer des BVB eng mit dem Wunderkind zusammenarbeitet, bezieht Stellung.

Über diese hässlichen Szenen spricht nach wie vor ganz Fußball-Deutschland.

Im U19-Derby zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 wurde BVB-Wunderkind Youssoufa Moukoko am Wochenende von den Fans des Erzrivalen aufs Übelste beleidigt, nachdem er beim 3:2-Sieg alle drei Treffer erzielt hatte.

Nun hat sich Otto Addo (45) zum Eklat geäußert. Der Talente-Trainer der Schwarz-Gelben arbeitet sehr eng mit Moukoko zusammen und kennt den Stürmer sehr gut.

Der ehemalige Profi Addo soll im Übergangsbereich zwischen Junioren und Profis dafür sorgen, dass die Durchlässigkeit beim BVB ein konstantes Niveau erreicht.

"Leider gibt es immer noch zu viele Idioten da draußen, die so denken. Ich finde das traurig und schade. Dass so etwas in der Jugend passiert, setzt dem ganzen die Krone auf. Der Junge hat sportlich die richtige Antwort gezeigt und lässt sich auch von solchen Begleitumständen nicht aufhalten", findet Addo im Gespräch mit SPORT1 deutliche Worte.

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Schalke-Fans beleidigen Moukoko

Über den Livestream der Partie auf dfb.tv war zu vernehmen, wie Moukoko rassistisch sowie als "Hurensohn" verunglimpft wurde und sich wahlweise "verpissen" oder gar "ins Grab legen" solle.

Moukoko hatte sich wenig später bei Instagram zu den Vorfällen geäußert. Unter anderen schrieb er: "Gott hat uns alle schön gemacht, wir sind alle besonders, denn egal, ob arm, reich, schwarz, weiß, am Ende des Tages bluten wir alle gleich. Jeder, der was anderes sagt, ist einfach neidisch und Neid ist bekanntlich die höchste Form der Anerkennung."

Addo: "Jeder Spieler ist verschieden"

"Ich habe ihn heute kurz gesehen. Wir haben nicht lange über die Vorfälle aus dem Derby gesprochen. In der Vergangenheit haben wir das Thema bei unseren Jugendmannschaften aber immer mal wieder besprochen. Was ist zu tun, wenn die Jungs auf dem Platz Rassismus erleben? Wie sollen sie sich verhalten? Es ist ja leider nicht das erste Mal, dass so etwas vorkommt. Jeder Spieler ist aber verschieden. Man kann letztlich nur Tipps geben", erzählt Addo bei SPORT1.

Für den Ex-Profi, der von 1999 bis 2005 bereits für Dortmund auflief und 2002 Meister mit dem BVB wurde, hat Moukoko auf die Anfeindungen richtig reagiert.

"Ich muss Youssoufa keine großen Tipps geben. Er weiß, wie er damit umzugehen hat. Er hat seinen eigenen Weg und ist letztlich auch super damit umgegangen. Er möchte sich lieber auf den Sport fokussieren - den Rest sollen andere erledigen. Wir als Verein sind immer für ihn da!", hob der ehemalige Verteidiger hervor.

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