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Immer neue Varianten, Lockdowns und alle sechs Monate boostern? So nah sind wir aktuell dem Ende des Corona-Teufelskreises

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Bestimmte Gruppe müssen sich wohl künftig regelmäßig Auffrischungsimpfungen gegen das Corona-Virus abholen.
Bestimmte Gruppe müssen sich wohl künftig regelmäßig Auffrischungsimpfungen gegen das Corona-Virus abholen.

Die Corona-Pandemie geht in Deutschland nun in ihren zweiten Winter. Das Bild gleicht sich: Hohe Infektionszahlen, volle Intensivstationen, neue Einschränkungen für das tägliche Leben – wenngleich diesmal vor allem für die Ungeimpften. Und mit Omikron wurde die nächste, womöglich noch gefährlichere Variante des von Sars-CoV-2 entdeckt. Corona, ist keine "Krise" mehr, sondern zum Dauerzustand geworden.

Doch wie bricht man aus diesem Kreislauf aus? Neue Variante, neuer Lockdown, neue Booster-Impfung – blüht uns das jedes Jahr? Politiker und Experten haben einen klaren Kurs vor Augen, wie man Corona besiegen kann: Impfen ist der Weg aus der Krise, heißt es von Wissenschaftlern und Politikern unisono.

Doch inzwischen geht man davon aus, dass viel mehr geimpft werden muss, als zunächst gedacht. War man im vergangenen Jahr noch davon ausgegangen, dass eine Impfquote von 65 Prozent der Gesamtbevölkerung ausreicht, um die Pandemie in den Griff zu kriegen, so werden inzwischen deutlich höhere Zahlen genannt. Die aggressivere Delta-Variante macht es nach Einschätzung von Wissenschaftlern notwendig, dass die Quote wohl bei etwa 90 Prozent liegen muss. Dass weniger offenbar nicht reicht, sieht man in Bremen, wo es deutschlandweit die höchste Impfquote gibt. Selbst bei einer zu 80 Prozent geimpften Bevölkerung liegt die 7-Tage-Inzidenz aber bei knapp unter 200.

Wie erreicht man eine solche Quote? Die Politik in Deutschland hat eine Antwort gefunden: Eine allgemeine Impfpflicht soll für die nötige Immunisierung sorgen. Wer nicht mitmacht, muss ein Bußgeld zahlen, so der Plan. Über die Höhe ist noch nichts bekannt. In Österreich zahlt man aber schnell mehrere Tausend Euro.

Derzeit gibt es nicht nur große Anstrengungen Menschen erstmals zu impfen, auch mit einer Boosterimpfung, einem dritten Piks, will man die Bevölkerung zusätzlich schützen. Doch reicht das, um dauerhaft oder zumindest mehrere Jahre vor einer Infektion geschützt zu sein? Wohl eher nicht.

Beim Impfstoffhersteller Moderna geht man davon aus, dass die Booster-Impfungen auch in Zukunft eine entscheidende Rolle für den Schutz gegen eine Covid-Infektion spielen. Besonders treffe das für Risikogruppen wie ältere oder immungeschwächte Menschen zu, sagte Moderna-Manager Stephen Hoge kürzlich.

Eine Biontech-Sprecherin sagt auf Anfrage von Business Insider, ob ein lange wirkender Impfstoff gegen Corona in Aussicht sei: "Dazu fehlen uns noch Daten und Kenntnisse zum Virus. Jegliche Antwort wäre Spekulation." Viel spricht also dafür, dass regelmäßige Corona-Impfungen nötig werden – zumindest für gefährdete Gruppen. Was bedeutet: Impfmüdigkeit darf auf absehbare nicht entstehen, sonst kommen wir nie aus der Krise raus.

Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI) sagte kürzlich, es müsse gelingen, die Pandemie "endemisch" werden zu lassen. Das bedeutet, dass das Virus in der Gesellschaft vorhanden ist, aber nicht derart grassiert, dass es massenhaft Ausbrüche gibt und eine Überlastung der Krankenhäuser droht.

Aber selbst wenn die Lage in Deutschland unter Kontrolle ist, bedeutet das nicht unbedingt Sicherheit für alle Zeit. Auf dem gesamten afrikanischen Kontinent sind gerade einmal 6,6 Prozent der Bevölkerung geimpft. Das macht es wahrscheinlich, dass neue Mutationen des Virus entstehen – siehe Omikron, die derzeit im südlichen Afrika am weitesten verbreitet ist.

Dieses Phänomen kennt man bereits von der Grippe. Jedes Jahr sind die Erreger leicht verändert, auch die Grippeimpfstoffe werden jeden Winter angepasst. Es ist also durchaus möglich, dass neue Varianten entstehen, die dann eine erneute Impfung notwendig machen.

So oder so – Corona wird die Welt und damit Deutschland noch eine Weile beschäftigen.

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