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Immer mehr Probleme mit Boeings Dreamliner 787

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Boston (dapd). Boeing (NYSE: BA - Nachrichten) hat schon wieder Probleme mit seinem modernsten Flugzeug, dem Dreamliner 787. Auf dem Flughafen von Boston brach diese Woche zunächst ein Feuer in einer Batterie an Bord einer Boeing 787 aus, als keine Fluggäste in der Maschine waren. Ein anderes Flugzeug des Typs musste den Start abbrechen, weil aus der Maschine 150 Liter Treibstoff ausgelaufen waren. Die US-Flugsicherheitsbehörde nannte den Brand schwerwiegend und untersucht den Zwischenfall.

Außerdem brach am Mittwoch in Tokio ein Dreamliner von All Nippon Airlines nach Presseberichten wegen Bremsproblemen den Start ab.

Der erst 2011 in Dienst gestellte zweimotorige Jet ist das anspruchsvollste Modell des Airbus (Paris: NL0000235190 - Nachrichten) -Konkurrenten. Die Maschine ist zu großen Teilen aus leichten Karbonfasern gebaut und gilt daher als sparsam im Spritverbrauch. Allerdings kam es schon vor der Premiere immer wieder zu technischen Problemen.

So wurden 2012 bei einigen Modellen des Langstreckenflugzeugs Reparaturarbeiten am Heck nötig. Abstandhalter zwischen der Außenhaut und der tragenden Konstruktion des Flugzeugs waren mangelhaft. Während die meisten Langstreckenflugzeuge eine Außenhaut aus Aluminium haben, ist die Hülle des Dreamliners fast vollständig aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff.

Ebenfalls 2012 fielen einem Bericht der Zeitung "The Post and Courier" aus Charleston zufolge bei den Vorbereitungen für einen Dreamliner-Start im US-Staat South Carolina Triebwerksteile auf die Startbahn, die das angrenzende Gras in Brand setzten. Im Dezember musste ein 787-Flug von Houston nach Newark wegen Problemen mit der Elektrik umgeleitet werden. 2010 musste ein Testflugzeug nach einem Feuer an Bord notlanden.

Der mittelgroße Dreamliner 787 soll auf Langstreckenflügen eingesetzt werden. Nach solchen besteht zwar eine kontinuierliche Nachfrage, nicht jedoch in ausreichend hohem Umfang für größere Maschinen.

Das Flugzeug könnte damit die bisherige Organisation von Langstreckenflügen aushebeln: Heute bringen kleine Jets die Passagiere zu zentralen Umsteigeflughäfen (Hubs), von wo sie Riesenjets wie die Boeing 747 oder der Airbus A380 nach Übersee befördern. Der Dreamliner würde viel mehr direkte Verbindungen von Stadt zu Stadt möglich machen. Boeing hat bisher 49 Exemplare ausgeliefert und 800 Bestellungen vorliegen.

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