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Immer mehr Menschen kaufen Second-Hand-Ware

Berlin (dpa) - Angesichts der dramatischen Preissteigerungen greifen immer mehr Menschen in Deutschland beim Einkauf zu Second-Hand-Ware. Der Umsatz mit Gebrauchtwaren werde in diesem Jahr voraussichtlich um acht Prozent auf rund 15 Milliarden Euro steigen, prognostizierte der Handelsverband Deutschland (HDE) in seinem «Konsummonitor Nachhaltigkeit 2023».

Zum Vergleich: 2019 lagen die Umsätze mit Second-Hand-Ware noch bei 10,6 Milliarden Euro. Das Gebrauchtwarensegment wachse damit stärker als der Einzelhandel insgesamt. «Gerade in Zeiten hoher Inflation wird für viele ... der Kauf und die Nutzung gebrauchter, reparierter oder geliehener Waren immer interessanter», sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Gebrauchte Mode und Accessoires besonders gefragt

Gut die Hälfte der Verbraucherinnen und Verbraucher gab bei einer im Rahmen der Studie vom Kölner Institut für Handelsforschung (IFH) durchgeführten Umfrage an, bereits zu Second-Hand-Ware gegriffen zu haben. Und viele wollen es in Zukunft häufiger tun. Besonders oft greifen Verbraucherinnen und Verbraucher demnach bei Mode und Accessoires zu gebrauchter Ware. Aber auch Spielwaren und Elektronik werden gerne aus zweiter Hand gekauft.

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Der Hauptgrund für den Kauf von Second-Hand-Produkten sei der gegenüber dem Neukauf günstigere Preis, heißt es in der Studie. Doch spielten auch Umweltschutz und der Wunsch eine große Rolle, individuellere Produkte als im «normalen» Handel zu finden.

Wichtigster Marktplatz ist der Onlinehandel

Laut HDE entfallen inzwischen gut 2 Prozent des gesamten Umsatzvolumens im Einzelhandel auf Gebrauchtware. Wichtigster Wachstumstreiber sei dabei der Onlinehandel mit seinen Angeboten. Flohmärkte und Antiquitätenläden spielen dagegen mittlerweile eine eher untergeordnete Rolle.

Doch gibt es nicht nur einen Trend zu Gebrauchtwaren. Es wird laut HDE auch wieder mehr Geld für Reparaturen der vorhandenen Produkte ausgegeben. Die Ausgaben für Reparaturleistungen stiegen der Studie zufolge von 3,3 Milliarden Euro im Jahr 2019 auf 3,7 Milliarden Euro im vergangenen Jahr.