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Im Marktcheck: Vegane Fisch-Alternativen

·Freiberufliche Journalistin
·Lesedauer: 4 Min.

Fisch aus Pflanzen – neben Fleischersatz hat der Lebensmittelhandel auch Alternativen zu Fisch parat. Wie gut diese Ersatzprodukte sind, zeigt ein Marktcheck.

(Beispielbild: Getty Images)
(Beispielbild: Getty Images)

Kein Fleisch, kein Fisch – vegane und vegetarische Lebensmittel liegen voll im Trend. Neben vielen Alternativen zu Fleischprodukten sind in den Supermärkten auch Fischstäbchen, Lachs und Thunfisch zu finden, die ohne tierische Bestandteile auskommen. Drin stecken Möhren, Schwarzwurzel, Jackfrucht, Soja-Tofu oder Weizeneiweiß.

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat zwölf dieser Angebote in einem Marktcheck ganz genau unter die Lupe genommen. Darunter zwölf vegane Fischstäbchen, zwei lachs-ähnliche Produkte und zwei Alternativen zu Thunfisch, die bei den Supermärkten Denns, Edeka, Rewe und Aldi Nord zu haben sind.

Gut für die Umweltbilanz

Positiv bewerteten die Verbraucherschützer, dass die meisten der für die Fisch-Alternativen verwendeten Zutaten direkt aus Deutschland, den angrenzenden Ländern oder zumindest aus Europa kommen.

Das ist gut fürs Klima. Denn der hier verkaufte echte Fisch stammt oft auch aus dem weit entfernten Pazifik. Kürzere Transportwege sorgen dafür, dass weniger Kohlendioxid ausgestoßen und die Umwelt somit geschont wird. "Zugleich können die Alternativprodukte helfen, das ökologische Gleichgewicht der Meere wiederherzustellen, wenn nicht so viel Fisch gefangen wird", so die Verbraucherzentrale.

Abstriche bei den Nährstoffen

Gegenüber echtem Fisch können die Alternativen bei den Nährstoffen nicht mithalten, wie der Marktcheck ergab. Abstriche müssen Verbraucher beim Proteingehalt und bei den wertvollen Omega-3-Fettsäuren machen, wegen der Fisch vor allem sehr geschätzt wird.

"Die Fisch vom Feld Veggie Stäbchen beispielsweise liefern nur gut halb so viel Eiweiß wie herkömmliche Fischstäbchen. Lediglich die Vivera Vegane Knusprige Stäbchen Fisch-Art und Vantastic Fish Fingers mit der Hauptzutat Weizen- oder Sojaprotein reichen in Sachen Eiweißgehalt an das Fisch-Referenzprodukt heran", erklären die Verbraucherschützer.

Würden Möhren oder Jackfruit als Grundzutat verarbeitet, sei der Proteinanteil in den Fisch-Alternativen deutlich geringer. Am schlechtesten schnitten bei der Untersuchung diesbezüglich zwei Angebote des Herstellers Rice Up ab: Die Produkte Räucher Lax und Tunefish enthalten gerade einmal 0,8 und 1,6 Gramm Eiweiß pro 100 Gramm und damit rund 95 Prozent weniger Protein als echter Lachs oder Thunfisch.

Fettsäurezusammensetzung überwiegend enttäuschend

Echter Fisch liefert viele wertvolle Omega-3-Fettsäuren. Die gelten als überaus gesund, weil sie unter anderem den Stoffwechsel positiv beeinflussen, die Zellen geschmeidig halten, Ausgangssubstanz für Hormone und Stoffwechselprodukte sind und vor entzündlichen Prozessen sowie Krebs schützen. Die meisten Alternativprodukte konnten in punkto gesunden Fettsäuren nicht überzeugen.

"Bei sieben der zwölf Fisch-Alternativen steht vor allem Sonnenblumenöl in der Zutatenliste, was in Bezug auf die Fettsäurezusammensetzung eine schlechte Wahl ist. Deutlich besser sind Raps- oder Leinöl, die ein ausgewogeneres Verhältnis von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren besitzen. Das ideale Verhältnis entspricht 1:5. Beim Rapsöl beträgt es 1:3, was ziemlich nah an das ideale Mischungsverhältnis heranreicht. Sonnenblumenöl hingegen enthält vor allem Omega-6-Fettsäuren", so die Verbraucherzentrale.

Auf der Facebookseite der Verbraucherzentrale Hamburg, diskutieren Nutzer über das Thema:

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Hoher Salzgehalt und zugesetzte Aromen

Kritisch sahen die Tester auch den hohen Salzgehalt der Fisch-Alternativen. Denn es ist ratsam, sich möglich salzarm zu ernähren, andernfalls kann Bluthochdruck drohen, zudem kann Salz Organe wie das Herz, das Gehirn, die Nieren und die Blutgefäße schädigen.

Einen sehr hohen Salzgehalt wiesen beim Test vor allem die untersuchten veganen Fischstäbchen auf, die sehr viel mehr Salz als die Varianten aus Alaska-Seelachs enthalten. So steckt in den Vivera Vegane Knusprige Stäbchen Fisch-Artetwa 78 Prozent mehr Salz, bei den Vantastic Fish Fingers sind es 67 Prozent und bei den Mein Veggie Tag Vegane Fischstäbchen 56 Prozent.

Sieben der untersuchten Produkte enthielten außerdem Zusatzstoffe. Die sollen unter anderem dafür sorgen, dass die Produkte wie Fisch aussehen oder ähnlich schmecken wie echter Fisch.

Fisch-Alternativen sind teuer

Wer Fisch aus Pflanzen kaufen will, muss tiefer in die Tasche greifen, als bei herkömmlichen Fischprodukten. Acht der untersuchten Fischstäbchen-Alternativen kosteten im Durchschnitt 50 Prozent mehr, als die normalen Fischstäbchen von Markenherstellern. Für die ProLaTerre Veganen Fischstäbchenmüssen Verbraucher sogar doppelt so viel zahlen und für die Vegafit Vischstäbchen sowie die Greenlegend Vegane Fisch Stäbchen80 Prozent mehr.

Nachvollziehbar sei der teils sehr hohe Preis nicht, denn die Produkte bestehen aus kostengünstigen Hauptzutaten wie Wasser, Weizenmehl oder Weizengluten.

Fazit der Verbraucherzentrale: Fisch-Alternativen sind durchaus eine Option, um den Appetit auf maritime Lebensmittel zu stillen. Empfehlenswert seien die Bio-Produkte. Grundsätzlich raten die Verbraucherschützer aber dazu, lieber frische und gering verarbeitete Lebensmittel zu essen.

Weitere Informationen zum Thema "Pflanzliche Fisch-Alternativen" sowie eine ausführliche Liste der untersuchten Produkte finden Sie hier auf den Internetseiten der Verbraucherzentrale Hamburg.

VIDEO: Superfood: Fettsäuren im Fisch können im Kampf gegen den Krebs helfen

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