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Illegaler Welpenhandel: Die Preise für Hunde aus dem Internet boomen

Hendrikje Rudnick
·Lesedauer: 3 Min.
Im April beschlagnahmte die Polizei Stuttgart diese Welpen in einem Transporter aus der Slowakei.
Im April beschlagnahmte die Polizei Stuttgart diese Welpen in einem Transporter aus der Slowakei.

Seit Beginn der Pandemie sind viele Menschen zu Hause, die meisten Hobbys können nicht stattfinden, soziale Kontakte sind eingeschränkt. Viele Deutsche haben sich daher entschieden, sich einen Hund anzuschaffen. Doch das hat verheerende Folgen: Der illegale Welpenhandel nimmt weiter stark zu – und auch die Preise auf dem legalen Markt explodieren.

Udo Kopernik, Pressesprecher des Verbandes für das Deutsche Hundewesen (VDH), warnte bereits im Juli 2020: „Unsere Züchter können die Vielzahl der Anfragen nicht mehr bewältigen. Darunter befinden sich auch viele Menschen, die dem Wunsch nach Gesellschaft oder dem Drängen der Kinder unüberlegt nachgeben.“ Laut VDH sind 2020 rund 20 Prozent mehr Hunde verkauft worden als in den Vorjahren.

Wer keinen Welpen bei seriösen Züchtern findet, sucht im Internet. Und hier schießen die Preise in die Höhe. Die „Wirtschaftswoche“ berichtet, dass Käuferinnen und Käufer für Golden-Retriever-Welpen auf der Online-Plattform Ebay Kleinanzeigen aktuell bis zu 6.000 Euro zahlen müssen. Zum Vergleich: Vor der Pandemie lagen die Preise bei etwa 500 Euro.

Immer wieder findet die Polizei Welpen, die verkauft werden sollen

Die Tiere, die im Internet verkauft werden, stammen häufig aus osteuropäischen Ländern. So hatte die Polizei in Nürnberg Mitte März einen Transporter mit ungarischem Kennzeichen kontrolliert und dabei 101 Welpen gefunden. Die Hunde waren völlig erschöpft, einige von ihnen noch unter acht Wochen alt.

Ende Februar befreite die Düsseldorfer Polizei 34 geschwächte Welpen aus einem Kleintransporter und nahm zwei mutmaßliche illegale Hundehändler vorläufig fest. Der Kleintransporter mit ungarischem Kennzeichen war einem Zeugen aufgefallen. Bei der Kontrolle entdeckten die Beamten die apathisch wirkenden Welpen, die offenkundig längere Zeit nicht gefüttert worden waren und auch kaum Frischluft bekamen.

Anfang März entdeckten Beamte in Sachsen an der Grenze zu Tschechien zehn Hundewelpen im Kofferraum eines Autos. Der Fahrer des Wagens habe keine Dokumente zum Beispiel über Impfungen der jungen Hunde vorweisen können, hatte die Bundespolizei mitgeteilt. Den Ermittlungen zufolge soll der Mann die Welpen von Rumänien aus nach Sachsen gebracht haben. Gegen den Fahrer leiteten die Beamten ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Tierschutzgesetz ein.

Neue Regeln bei Ebay sollen den illegalen Welpenhandel erschweren

Seit Oktober 2020 gelten bei Ebay Kleinanzeigen nun schärfere Regeln für den Welpenverkauf: Das Mindestalter wurde von acht auf zwölf Wochen erhöht, Wurfankündigungen und Tierverleih zu Zuchtzwecken sind verboten. Auf der Plattform sollen nur noch Tiere verkauft werden, die sich in Deutschland befinden, damit die Käufer den Welpen vorher ansehen können. Außerdem verbietet Ebay Kleinanzeigen auch den Verkauf sogenannter Qualzuchtrassen. Das sind Tiere, die aufgrund ihrer Zucht Schmerzen haben, wie beispielsweise Möpse oder französische Bulldoggen.

Laut des Industrieverbandes Heimtierbedarf (IVH) besitzen 47 Prozent der deutschen Haushalte mindestens ein Heimtier. Rund 35 Millionen Hunde, Katzen, Kleinsäuger und Ziervögel leben in Deutschland – knapp eine Million mehr als noch 2019. Der Gesamtumsatz der deutschen Heimtierbranche lag 2020 laut IVH bei rund 5,5 Milliarden Euro.

Was ist beachten müsst, wenn ihr ein Tier kaufen wollt

Wenn ihr darüber nachdenkt, euch einen Hundewelpen zuzulegen, solltet ihr euch vorab ausführlich über die Rasse informieren. Bedenkt, was so ein Tier für euch bedeutet: Wie lange werdet ihr den Hund alleine zu Hause lassen, sobald ihr nicht mehr im Home Office arbeitet? Ist eure Wohnung groß genug? Gibt es eine Person, die sich um das Tier kümmert, wenn ihr in den Urlaub fliegt? Seid ihr bereit, für die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre Futter, Spielzeug, Tierarztkosten und Hundeschule zu bezahlen?

Wenn ihr euch für einen neuen Hund entscheidet, könnt ihr in das örtliche Tierheim oder zu einem Züchter gehen. Achtet darauf, dass ihr einen Haustierausweis mit den vollständigen Impfungen sowie einen offiziellen Kaufvertrag bekommt. Vor allem Hundewelpen solltet ihr auf keinen Fall übers Internet kaufen.

mit Material von dpa