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Ikea zieht Kurzarbeit-Anzeige zurück

Ikeas Möbelgeschäft brach nach dem Shutdown um 90 Prozent ein – mittlerweile ist der Deutschland-Chef mit dem Umsatz wieder „sehr zufrieden“. Auf deutsche Corona-Hilfsgelder will der Möbelgigant nun doch verzichten.

Der weltgrößte Möbelhändler Ikea will weltweit auf Corona-Hilfsgelder verzichten und zieht deshalb in Deutschland eine Kurzarbeit-Anzeige zurück. Das sagte Dennis Balslev, CEO IKEA Deutschland, der WirtschaftsWoche.

Als Geschäfte aufgrund der Pandemie schließen mussten, waren davon auch die 53 deutschen Ikea-Einrichtungshäuser betroffen. In dieser Phase zeigte auch der schwedische Möbelkonzern Kurzarbeit für etwa 2000 der insgesamt 20.000 deutschen Mitarbeiter an. Diese traten die Kurzarbeit an – den staatlichen Ausgleich dafür will sich Ikea nun nicht zurückholen und hat die Kurzarbeit-Anzeige wieder zurückgezogen.

„Auch wenn noch viele Herausforderungen vor uns liegen, sind wir davon überzeugt, dass wir unseren Geschäftsbetrieb zum jetzigen Zeitpunkt ohne staatliche Entgeltersatzleistungen gewährleisten können“, sagte Balslev. Alle Mitarbeiter, die von Kurzarbeit betroffen waren, erhielten trotzdem 100 Prozent ihres vertraglich zugesicherten Gehalts.

Durch die Schließung der Einrichtungshäuser sei zunächst ein Umsatzeinbruch von rund 90 Prozent entstanden. „Diesen konnten wir durch einen verstärkten Fokus auf das Online-Geschäft auf rund 70 Prozent reduzieren“, so der Deutschland-Chef. Seit dem 13. Mai seien alle Geschäfte in Deutschland wieder geöffnet. „Sehr zufrieden“, ist Balslev: „Wir verzeichnen derzeit eine gute Umsatzentwicklung.“ Nähere Zahlen könne er aber nicht nennen.

In anderen Ländern erstattet der schwedische Möbelkonzern bereits ausgezahlte Staatshilfen zurück. Nach einem Bericht der „Financial Times“ laufen entsprechende Gespräche des Konzerns bereits in Belgien, Kroatien, Tschechien, Irland, Portugal, Rumänien, Serbien, Spanien und den USA.

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