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Ikea stoppt auch in Deutschland Köttbullar-Verkauf

Im Pferdefleisch-Skandal hat der schwedische Möbelriese Ikea auch in Deutschland den Verkauf seiner Köttbullar gestoppt. Weltweit werden die Fleischbällchen nun in 24 Ländern nicht mehr in den Tiefkühltruhen und Schnellrestaurants angeboten, wie Ikea mitteilte. Der schwedische Köttbullar-Produzent erklärte derweil, in seinen Tests noch keine Hinweise auf Pferdefleisch gefunden zu haben.

Betroffen vom Verkaufsstopp für Köttbullar sind laut Ikea vor allem europäische Länder, aber beispielsweise auch Thailand und die Dominikanische Republik. Am Montag hatte die tschechische Veterinäraufsicht einen Fund von Pferdefleisch in Köttbullar vermeldet. Der Konzern beauftragte eigenen Angaben zufolge ein deutsches Labor damit, die Klößchen auf eine Beimischung von Pferdefleisch zu testen. Die Ergebnisse sollen am Donnerstag vorliegen.

Die Fleischbällchen bestehen für gewöhnlich aus einer Mischung von Rinder- und Schweinehack und werden vom schwedischen Fleischproduzenten Dafgaard hergestellt. Dieser erklärte, in seinen 320 selbst und von einem externen Labor ausgeführten Tests in den vergangenen drei Wochen keinen Pferdefleisch-Anteil gefunden zu haben. Das Unternehmen habe zudem bisher vergeblich versucht, Kontakt zu den tschechischen Behörden aufzunehmen.

In Deutschland und zahlreichen anderen europäischen Ländern waren zuletzt nicht deklarierte Spuren von Pferdefleisch in Fertiggerichten wie Ravioli, Tiefkühllasagne oder Dosengulasch entdeckt worden. Wo das Fleisch von Pferde- zu Rindfleisch umetikettiert wurde, wird derzeit ermittelt. Wegen des Skandals brach wie in Frankreich auch in Großbritannien der Verkauf von Tiefkühlprodukten ein.

Der deutsche Handelskonzern Rewe kündigte als Konsequenz aus dem Skandal an, künftig nur noch deutsches Rindfleisch für die Herstellung seiner Eigenmarken verwenden. Mit der Umstellung werde sofort bei den Produkten begonnen, die Rewe wegen des Pferdefleischskandals aus den Regalen genommen hatte, erklärte Einkaufsvorstand Manfred Esser. Das waren "Rewe Chili con Carne" und "Rewe Spaghetti Bolognese". Zur Unternehmensgruppe gehören die Ketten Rewe und Penny.

In Südafrika entdeckten Forscher derweil ganz andere Beimischungen von Fleisch. Rund 70 Prozent von 139 Proben hätten nicht deklarierte Zutaten enthalten, darunter Fleisch von Eseln, Wasserbüffeln und Ziegen, erklärte die Stellenbosch-Universität. Die Untersuchung habe ergeben, dass Falschdeklarierung bei verarbeiteten Gerichten in Südafrika an der "Tagesordnung" sei, erklärte Professor Louw Hoffman.

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