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IKEA droht Horrorspiel-Entwickler mit Klage

Blutverschmierte Matratzen, mordende Angestellte, Monster in der Kinderabteilung – ein Horrorspiel im Stil von IKEA. Das rief die Anwälte des schwedischen Möbelhauses auf den Plan.

IKEA-Filiale bei Nacht.
IKEA-Filiale bei Nacht. (Getty)

Zombies, Kettensägen, Flammenwerfer und jede Menge Gruselmomente – das sind die Zutaten für Survival-Spiele, ein Genre das in der Gamer-Szene überaus beliebt ist. An genau so einem Titel arbeitet aktuell Jakob Shaw, seines Zeichens Indie-Spiele-Entwickler.

Indie-Games zeichnen sich dadurch aus, dass sie unabhängig von großen Herstellern entwickelt werden und nur ein kleines Budget für die Fertigstellung zur Verfügung steht. Dennoch werden solche Titel in der Szene gefeiert, weil sie oft durch viel kreativen Input glänzen.

Für sein Spiele-Projekt mit kleinem Budget bediente sich Jakob Shaw mal eben als Vorlage beim Möbelgiganten IKEA. In seinem Survival-Titel The Store is Closed haben Spieler die Aufgabe, aus einem "unendlichen Möbelhaus" zu entkommen. Gar nicht so einfach, denn in den langen schummrig beleuchteten Gängen wimmelt es nur so vor Monstern und zu Zombies mutierten Mitarbeitern in IKEA-Uniform. Um die aus dem Weg zu räumen, kommen harte Geschütze wie Flammenwerfer und Kettensäge zum Einsatz.

Finanzierung läuft über Crowdfunding

Bei der gesamten Aufmachung des Spiels ist die Nähe zu IKEA einfach nicht zu übersehen. Das Spiele-Möbelhaus befindet sich in einem blauen kastenartigen Gebäude auf dem in großen gelben Lettern die Aufschrift STYR prangt. Und auch in den Verkaufsräumen erinnert fast alles an den schwedischen Anbieter mit vier Buchstaben.

Shaw, der sein Projekt über die Crowdfounding-Plattform Kickstarter finanziert, bekam schon viel Lob und Unterstützung, zog aber durch die unübersehbaren Ähnlichkeiten nun auch die Aufmerksamkeit von IKEA selbst auf sich, wie PC Gamer berichtet.

Dem Magazin liegt ein Schreiben vor, das der Entwickler von Anwälten des Möbelhauses erhielt. Darin heißt es: "Ihr Spiel verwendet ein blau-gelbes Schild mit einem skandinavischen Namen auf dem Laden, ein blaues kastenartiges Gebäude, gelbe, vertikal gestreifte Hemden, die mit denen identisch sind, die von Ikea-Mitarbeitern getragen werden, einen grauen Weg auf dem Boden, Möbel, die wie Ikea-Möbel aussehen, und Produktbeschilderung, die wie Ikea-Beschilderung aussieht. All dies deutet sofort darauf hin, dass das Spiel in einem Ikea-Geschäft stattfindet."

"Schwedenfleisch"-Poster in der Cafeteria

Auch sei in Presseberichten immer wieder eine direkte Verbindung zu IKEA hergestellt worden. Die Gründe seien klar die IKEA-inspirierten Akzente, die schon im Ankündigungs-Trailer zu sehen sind, wie das gelbe STYR-Schild auf dem blauen Gebäude oder das "Schwedenfleisch"-Poster an der Wand der Cafeteria.

Doch trotz allem will IKEA Gnade vor Recht ergehen lassen und fordert nicht, dass Shaw sein Projekt stoppt. „Sie können leicht Änderungen an Ihrem Spiel vornehmen, um diese Probleme zu vermeiden, zumal Sie nicht planen, das Spiel vor 2024 zu veröffentlichen“, heißt es in dem Schreiben.

Gegenüber PC Gamer beteuerte der Entwickler, er werde den Forderungen nachkommen, da er „wirklich lieber nicht verklagt werden würde“.

Allerdings habe er noch Zweifel, wie er all die Forderungen umsetzen solle, da er beispielsweise die Möbel fürs Spiel als Pakete zugekauft habe.

Mit den Umbaumaßnahmen im Spiel habe er trotzdem schon begonnen. Seine Lösung bestehe momentan darin, "im Grunde einfach alles herauszureißen, was blau oder gelb ist, und überall etwas grelles Rot hinzuzufügen", sagte er dem Magazin.

Aber selbst wenn IKEA dann zufrieden sei, habe er noch eine andere Sorge: "Es macht mich sehr nervös, das Farbschema auf etwas anderes zu ändern. Was ist, wenn Target mich wegen der Verwendung von Rot verklagt?"

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