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Düsseldorfer Bank IKB könnte binnen zwei Jahren IPO wagen

Stephan Kahl
·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Die IKB Deutsche Industriebank AG, vor über einem Jahrzehnt eines der ersten deutschen Opfer der Subprime-Krise, könnte auf einen baldigen Börsengang oder Verkauf zusteuern. Das deutete CEO Michael H. Wiedmann in einem Bloomberg-Interview an. Unter dem jetzigen Eigentümer Lone Star hat sich die Bank von weniger profitablen Geschäften getrennt und die Kosten gesenkt.

“Ich gehe davon aus, dass es in den kommenden zwei Jahren einen Eigentümerwechsel geben wird, also einen Verkauf oder ein IPO”, erklärte Wiedmann. “Die Restrukturierung der Bank ist abgeschlossen.”

Fusionen und Übernahmen im europäischen Bankensektor haben zuletzt deutlich an Fahrt gewonnen. In Italien geht Intesa Sanpaolo SpA mit dem Konkurrent UBI Banca SpA zusammen. Und in Spanien verkauft Banco Bilbao Vizcaya Argentaria SA ihre US-Assets.

Die IKB war 2007 durch Investments in den Subprime-Hypothekenmarkt in die Schieflage geraten. Nach einem staatlichen Bailout übernahm im folgenden Jahr die US-Beteiligungsgesellschaft Lone Star die Bank. Anfängliche Versuche, die IKB weiterzuverkaufen, liefen ins Leere.

Inzwischen hat die IKB eine Rosskur hinter sich gebracht. In den vergangenen fünf Jahren sind zwei Drittel der ehemals 1500 Mitarbeiter ausgeschieden. Die Zahl der Konzerngesellschaften sank ebenfalls um zwei Drittel auf 50. Eine weitere Reduzierung auf 20 ist geplant.

“Die Bereiche, in denen wir nur Mittelmaß waren, haben wir zugemacht”, sagte Wiedmann. Verkauft wurde etwa das Leasinggeschäft in mehreren Ländern wegen “hoher Komplexität und hohem regulatorischen Aufwand”.

Ende September lag die Cost-Income-Ratio der IKB bei 56%, verglichen mit 64% ein Jahr zuvor, was im Vergleich zu deutschen Wettbewerbern wie der Commerzbank AG niedrig ist. Die Eigenkapitalrendite belief sich auf 7%. “In den kommenden beiden Jahren wollen wir den Wert in Richtung 10% steigern”, sagte Wiedmann.

Heutige Kernaktivitäten der Düsseldorf Bank sind Wiedmann zufolge Kredite und Kapitalmarktdienste für deutsche Mittelständler. „Bei Kreditstrukturierungen versuchen wir ins Lead zu kommen, um Provisionserträge zu generieren”, sagte er. Einen der Schwerpunkte bilden auch KfW-Förderkredite.

“Unsere Geschäfte sind nicht sexy. Sie sind langweilig, aber profitabel”, sagte Wiedmann. Ein Vordringen in andere Länder oder Asset-Klassen sei nicht geplant.

Wiedmann will sich auf Deutschland konzentrieren, wo sich einige Mitbewerber aus dem Firmenkundengeschäft zurückziehen würden. “Wir hoffen, dass sich mit den Veränderungen in der Bankenlandschaft auch höhere Margen durchsetzen lassen, etwa bei der Kreditvergabe an Mittelständler, wovon wir profitieren würden”, erklärte er.

Für das im Dezember beendete Rumpfgeschäftsjahr rechnet die Bank trotz Pandemie laut Wiedmann mit einem Nachsteuergewinn von 60 Millionen Euro. Im Kreditgeschäft sieht er keine Ausfälle, die über die geplante Risikovorsorge hinausgehen. Ende September lag der Anteil notleidender Kredite bei 2,0 Prozent. “Auf diesem Niveau oder darunter wollen wir bleiben”, sagte er.

(Ergänzt um Zitat im Absatz unter Grafik)

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